Der Junge Siyar ist gezwungen, seiner Schwester zu folgen. Denn die ist vor ihrer geplanten Hochzeit geflohen. Damit die Ehre der irakischen Kurdenfamilie wieder hergestellt wird, soll nun Siyar seine Schwester finden.

Da sein Vater verstorben und er der älteste männliche Vertreter der Familie ist, liegt es an ihm, dem traditionsgemäßen Familienoberhaupt, das Ansehen der Familie wiederherzustellen - auch wenn er die Schwester dafür töten muss.

In Istanbul angekommen, trifft Siyar auf das Straßenmädchen Evin, die sich ihm anschließt. Doch je länger Siyar den Spuren seiner Schwester über Griechenland und Deutschland bis nach Norwegen folgt, je mehr verändern sich auch seine eigentlichen Ziele und Gedanken. Aus Mord um der Familienehre wegen erwächst mehr und mehr ein tiefes Gefühl von Liebe. Und die entwickelt oft ihre eigenen Werte ...

Ergreifend erzählt

Zugegeben: filmisch hat dieses Werk durchaus seine Mängel. Doch die Geschichte um das Aufstellen eigener Wertvorstellungen und die bewusste Entscheidung, traditionelle Nonsensbegriffe wie Ehre nicht weiterhin aufrechtzuerhalten, ist ergreifend erzählt. Dass der Regie-Debütant dieser norwegisch-deutschen Koproduktion ein irakischer Kurde ist, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Denn so gewinnt die Story enorm an Authentizität und Glaubwürdigkeit. Dass dabei länger in Deutschland Station gemacht wird, ist zwar nicht zwingend erforderlich, garantierte aber anderseits entsprechende Fördermittel ohne die diese Geschichte wohl nicht in der Form hätte erzählt werden können.

Auch wenn einige lose Enden bleiben und dies nicht gerade ein filmästhetisch prickelndes Werk ist, so ist es dennoch ein wichtiges!