Wilma, 1776. Polen steht unter russischer Okkupation und die Spannungen zwischen Besetzern und Einheimischen drohen zu eskalieren. Baron von Kempelen, ein exzentrischer Erfinder, lebt allein in einem bizarren mechanischen Haus. Umgeben von seinen skurrilen Kreaturen schert ihn die Welt draußen eigentlich nur deswegen, weil er zwei Unruhestifter unter seinen Fittichen hat: Boleslas Vorowski, einen eigensinnigen Soldaten, und seine Pflegeschwester Sophie Novinska - beide führende Köpfe des polnischen Widerstandes in Wilma. Sophies Porträt ziert sogar die Fahne der Bewegung. Als Boleslas einen russischen Soldaten umbringt, der versucht, eine polnische Tänzerin zu vergewaltigen, löst die Mordtat blutige Kämpfe zwischen Russen und Polen aus. Als Boleslas von den feindlichen Soldaten gejagt wird, hat Kempelen eine ungewöhnliche Idee, um ihm die Flucht zu ermöglichen...

Um das Jahr 1770 herum verblüfft der österreichische Hofbeamter und Mechaniker Wolfgang von Kempelen ganz Europa: er konstruiert den "Schachtürken", einen Schach spielenden Automaten, der die bekanntesten Spieler der damaligen Zeit ebenso besiegt wie Friedrich den Großen und Napoleon. Jahrzehntelang kommt niemand hinter das Geheimnis der mysteriösen Maschine: Ein Mensch befindet sich in ihrem Inneren. Die faszinierende Geschichte des "Schachtürken" gehört wohl zu den erfolgreichsten Possen überhaupt. So aufregend die Show gewesen sein muss, die Kempelen mit seinem Automaten geboten hat, so fesselnd ist auch ihre filmische Verarbeitung von Regisseur Raymond Bernard. Inspiriert vom Roman Henri Dupuy-Mazuels versetzt Bernard die Figur Kempelen und seine aufsehenerregende Erfindung in die Zeit der polnischen Revolution, direkt in den Winterpalast von Katharina der Großen. Das Ergebnis ist ein ebenso mutiger wie einfühlsamer, teils unheimlicher und in jedem Fall gelungener Stummfilm, der vor allem aufgrund seiner aufwändigen Ausstattung und der spektakulären Darstellung des polnischen Aufstands noch heute beeindruckt: