Jackie Chan

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"Kung-Fu-Macher" mit Weltkarriere: Jacki Chan
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Chan Kwong Sang
Geboren: 07.04.1954 in Hongkong, China

Jackie Chan, der seine ersten Filme unter dem Namen Cheng Long drehte und zu den fleißigsten Kung-Fu-Machern vor und hinter der Kamera gehörte, löste Anfang der 80er die zweite Eastern-Welle aus. Echte Chan-Klassiker sind: Die "Drunken Master"-Filme (ab 1978), die dreiteilige "Police Story" (ab 1986) und "Mission Adler - Der starke Arm der Götter" (1991). Chan hat nie lesen und schreiben gelernt, heißt es. "Meine Bildung", sagt er, "beziehe ich nur aus Videos." Anscheinend genug, um als legitimer Nachfolger der 70er-Jahre-Legende Bruce Lee Karriere zu machen.

Daran, welche Knochen er sich wie oft gebrochen hat, kann der Chan selbst sich kaum erinnern. Es finden sich darunter mindestens zwei gebrochene Füße (von denen einer ihn nicht davon abhielt, die Dreharbeiten zu "Rumble in the Bronx" (1995) fortzusetzen), eine Fraktur der Brustplatte, ein Schädelbruch (der ihn immerhin für zwanzig Tage lahmlegte), unzählige Nasen- und Fingerbrüche, ein gerissener Schultermuskel, eine Rückenverrenkung, ein aufgeschnittenes Augenlid. Jackie Chan macht alle Stunts selbst. Stunts, die andere nicht einmal doubeln lassen würden: "Wer Special Effects sehen will, geht in einen Schwarzenegger-Film. Wer einen harten Film sehen will, nimmt Sly. Wer einen Action-Film will, wählt Jackie Chan - weil ich Dinge tue, die normale Menschen nicht können."

Jackie Chan wurde in Hongkong geboren. Sein Vater floh vor den Japanern aus der nordostchinesischen Provinz Shan Dong in die Metropole. 1961 emigrierten seine Eltern auf der Suche nach Arbeit nach Australien und übergaben ihren siebenjährigen Sohn an die Hongkonger China Drama Academy der Peking Oper in die Obhut von Meister Yu Shanyuan - nicht ungewöhnlich im damaligen China. Eine harte Schule: Mit militärischer Disziplin und Prügelstrafe wurde 19 Stunden täglich trainiert. Akrobatik, Kampfsport, Gesang, Tanz und Schauspiel standen auf dem Programm, und das zehn Jahre lang.

1971 spielte er bereits seine erste Hauptrolle. "Jackie Chan, der Meister mit den gebrochenen Fingern" sollte aber noch nicht den Durchbruch bedeuten. Unter dem Künstlernamen Cheng Long drehte er einige weitere Flops, scheiterte aber als potentieller Nachfolger von Bruce Lee, bis ein Regisseur sein Talent entdeckte. "Die Unbesiegbaren der Shaolin" war schon ein internationaler Erfolg, und als "Drunken Master" im Kassenschlager "Sie nannten ihn Knochenbrecher" fand Jackie Chan 1978 erfolgreich seinen Stil, die Mischung aus weitgehend unblutiger Action und kantonesischem Humor.

Zong - ein Hieb in die Magengegend. Wang - ein Tritt in die Nieren. Crash - ein Knochen splittert. Damit vertreibt sich eine kleine, aber treue Film-Fangemeinde in Deutschland die Wochenenden vor dem Videogerät. Es sind die Freunde des "Eastern"-Genres, des fernöstlichen Actionfilms, und sie verfolgen die kämpferischen Verrenkungen ihrer Idole mit wachsender Begeisterung meist von der Couch aus und selbst höchst inaktiv mit Kartoffelchips und Bier. Auch wenn das Gros der Gucker höchstens Namen wie Bruce Lee und Jackie Chan kennt - längst sind die Actionstreifen um asiatische Kampfsportarten auch im Westen salonfähig. Kenner und Filmschaffende aus Hollywood haben den Eastern mindestens akzeptiert, ja, mancher entwickelte große Bewunderung und sogar einen ausgeprägten Nachahmungstrieb.

Regisseur Quentin Tarantino äußerte voll Anerkennung: Als Schauspieler wäre er am liebsten Jackie Chan, denn der sei sein absoluter Held. Und Sylvester Stallone, der weitaus weniger grazil die Fäuste schwingt, schwärmte: "Jackie zeigt den Leuten unglaubliche Action und das mit Witz und Charakter." Jackie Chan Superstar. In Hongkong ja eh, aber auch im Westen hat er in jüngster Zeit erheblichen Boden gut gemacht. Sein Kung-Fu-Reißer "Rumble in the Bronx" (1995) von Stanley Tong kam sogar bis auf Platz 1 der amerikanischen Kino-Charts: ein Film voller atemberaubender Stunts und dabei durchaus auch amüsant und von entwaffnender Naivität. Jackie konnte sein Glück nicht fassen: "Schon vor 20 Jahren hab' ich davon geträumt, in Amerika berühmt zu werden."

Damals war der kleine, drahtige Chinese voller Hoffnung ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gekommen, hatte nur Flops gedreht und war enttäuscht nach Hongkong zurückgekehrt. Nach mittlerweile gut 50 Eastern, mit denen er sich in seiner Heimat ein Denkmal setzte, bezeichnet ihn niemand mehr als Abklatsch des großen Bruce Lee. Jackie legte sich seine eigene Erfolgstaktik zurecht: "Bruce war ein Supermann, aber er hat nie gelacht und nicht mit der Wimper gezuckt, wenn's unsanft zuging. In meinen Filmen muss Platz für Komik sein. Und wenn ich einen fiesen Schlag abkriege, verziehe ich mein Gesicht vor Schmerz." In den Abspännen fast aller Filme mit Jackie Chan sind alle misslungenen Stunts zusammengeschnitten. Man sieht, wie Chan noch mit Gips unter dem Turnschuh durch die Gegend hechtet und ein Höchstmaß an Artistik hinlegt.

Weitere Filme mit Jackie Chan: "Dragon Forever" (1975), "Die Schlange im Schatten des Adlers", "Der Herausforderer" (beide 1977), "Der Superbomber mit der schnellen Faust", "Karatebomber" (beide 1978), "Jackie Chan: Superfighter 2", "Zwei Schlitzohren in der Knochenmühle", "Meister aller Klassen" (alle 1979), "Die große Keilerei" (1980), "Dragon Lord" (1982), "Auf dem Highway ist wieder die Hölle los", "Der Superfighter" (beide 1983), "Der Protector", "Jackie Chan - Winners & Sinners" (beide 1985), "Der rechte Arm der Götter", "Police Story", "Powerman I - III", "Tokyo Powerman" (alle 1986), "Projekt B" (1987), "Miracles", "Police Story - Der Supercop schlägt wieder zu", (1989), "The Prisoner" (1991), "City Hunter", "Twin Dragons - Das Powerduo", "Police Story 3" (alle 1992), "Hard To Die" (1993), "Drunken Master", "Mega Cop" (beide 1995), "First Strike - Jackie Chans Erstschlag", "Jackie Chan - Showdown mit 1000 PS", "Thunderbolt" (alle 1996), "Fahr zur Hölle, Hollywood!" (1997), "Hot War", "Jackie Chan ist Nobody", "Rush Hour", "Mr. Nice Guy" (alle 1998), "Under Control" (1999), "Shang-High Noon" (2000), "Rush Hour 2", "Jackie Chan - Spion wider Willen" (beide 2001), "The Tuxedo - Gefahr im Anzug" (2002), "Das Medaillon" (2003), "In 80 Tagen um die Welt" (2004), "Rob-B-Hood" (2006), "Rush Hour 3", "Kung Fu Panda" (Sprecher, beide 2007), "Forbidden Kingdom" (2008), "Karate Kid" (2010).


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