Das Leben meint es nicht gerade gut mit der kleinen Janet Frame. In der Schule ist sie eine Außenseiterin. Zu Hause herrscht die Armut in der vielköpfigen Familie. Der Bruder leidet an epileptischen Anfällen, die älteste Schwester stirbt - wie später die Mutter - bei einem Badeunfall. Schon früh schafft sich das Kind eine Gegenwelt der Poesie und der Märchen, und dieser zauberischen Phantasie verdankt Janet ihr Überleben. Hierrein flüchtet sie sich auch als Erwachsene. Doch sie bricht in Panik das Lehrerstudium ab und wird nach einem Selbstmordversuch in eine Nervenklinik eingewiesen. Nach acht Jahren der Angst und Qual wird sie entlassen...

Jane Campion ("Das Piano") schildert hier die außergewöhnliche Lebensgeschichte der populären neuseeländischen Schriftstellerin Janet Frame und gleichzeitig den schmerzhaften Weg des Erwachsenwerdens einer Frau, die sich schon früh als Außenseiterin begreift. Behutsam reiht die Regisseurin die kleinen Tragödien einer schwierigen Kindheit aneinander, immer auch mit dem Blick für die absurde Komik, die sich in den kleinen Szenen des Alltags verbirgt. Ein bemerkenswerter Film über eine bemerkenswerte Frau, der 1990 bei den Filmfestspielen in Venedig neben dem Silbernen Löwen mit sechs weiteren Preisen ausgezeichnet und euphorisch gefeiert wurde.