Der zwölfjährige Nic und sein kleiner Bruder verbringen den Sommer mit ihren Eltern auf einem Campingplatz an der toskanischen Küste. Am Strand lernt Nic die eigensinnige Marie kennen, deren Familie ebenfalls Urlaub macht. Zusammen mit weiteren Kindern erkunden Nic und Marie die Gegend und entdecken auf einem abgelegenen Feld eine Hütte, die sie zu ihrem neuen Quartier erklären. Die Kinder entwerfen ein erbarmungsloses Spiel: Wer den anderen fängt, darf sein Opfer in der Hütte bestrafen. Bei den spielerischen Torturen behauptet Nic, nichts fühlen zu können. Es ist sein Weg, die Gewaltausbrüche seines jähzornigen Vaters, der sich regelmäßig an seiner Mutter vergreift, zu verarbeiten. Marie will das "Nicht-Fühlen" von Nic lernen. Sie leidet darunter, ihren eigenen Vater nicht zu kennen und von ihrer Mutter im Ungewissen darüber gehalten zu werden. Als Nic und Marie sich näherkommen, stellen sie fest, dass nicht alle Gefühle nur schmerzhaft sein müssen ...

In einer Mischung aus schonungsloser Direktheit und Feingefühl für Emotionen erzählt der Schweizer Filmemacher Rolando Colla in seinem Drama von ersten Schritten des Erwachsenwerdens unter Eltern, die ihren Kindern kein Vorbild sein können. Besonders die Jungdarsteller Armando Condolucci als Nic und Fiorella Campanella als Marie wissen in "Giochi d'estate - Sommerspiele" zu überzeugen. Collas Regiearbeit wurde 2012 mit drei Schweizer Filmpreisen ausgezeichnet, unter anderem als bester Film.

Foto: ZDF/Thomas Toti