Ein außergewöhnlicher Ort für ein klassisches Konzert: Hoch oben im Norden von Québec liegt das größtenteils von Inuit bewohnte Nunavik, wo ihnen Star-Dirigent mit sieben Mitgliedern des berühmten Montreal Symphony Orchesters ein Konzert schenkt. Unter anderem wird "Take the Dog Sled", ein Stück der kanadischen Komponistin Alexina Louie und eine Hommage an die Inuit, gespielt. Ergriffen und still lauscht der bis auf den letzten Platz besetzte Saal. Darüber hinaus jedoch stellen die Musiker den Schülern vor Ort ihre Instrumente vor, Geige und Fagott, die die Kinder noch nie gesehen haben. Gelegenheit auch für Nagano, sich zu erinnern, wie er in seiner Kindheit die Welt der Musik für sich entdeckte ...

Er gilt als einer der größten Dirigenten unserer Zeit: der 1951 in Berkeley geborene US-Amerikaner Kent Nagano, der von 2000 bis 2006 auch das Deutsche Symphonie-Orchester in Berlin leitete. Seit 2006 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, ist der japanisch-stämmige Nagano auch Musikdirektor des berühmten Montreal Symphony Orchester, das 2008 seinen 75. Geburtstag feierte. Dokumentarfilmerin Bettina Ehrhardt hat Nagano und das Orchester ein Jahr lang weltweit begleitet und zeigt mit Konzertausschnitten aus Montreal, Nunavik, Paris und München das Wirken des zurückhaltend-sympathischen wie bescheidenen Dirigenten, der Klassik nicht nur für Liebhaber spielen will, sondern breite Massen an Musik heranführen will. Neben den in sich abgeschlossenen Konzertereignissen hat Ehrhardt das Orchester bei den Proben beobachtet, blickte immer wieder hinter die Kulissen des Konzertbetriebs, lässt Musiker wie den Fagottisten Mathieu Harel, den Perkussionisten Jacques Lavallé sowie den Klarinettisten André Moisan zu Wort kommen, und begleitete Nagano bei zwei langen Spaziergängen am Sankt-Lorenz-Strom. So entstand das beeindruckende Porträt eines großen Dirigenten und seiner Passion.



Foto: Zorro