1977 lernt der junge Tierpfleger Scott Thorson durch einen Bekannten den berühmten Pianisten und Entertainer Liberace kennen. Für den Showman ist es offenbar Liebe auf den ersten Blick und die beiden beginnen eine Beziehung, die allerdings geheim bleiben muss, da Homosexuelle zu jener Zeit gesellschaftlich immer noch einen schweren Stand haben. Doch die anfängliche Liebe entwickelt sich für Liberace mehr und mehr zur Obsession. Scott wird nicht nur der persönliche Assistent, sondern auch eine Art Sklave, der nicht mehr Herr des eigenen Lebens ist. Denn Liberace fordert sogar eine Gesichtsoperation bei Scott. Da der junge Mann immer stärker unter den Zwängen leidet, greift er zu Alkohol und Drogen ...

Mit dieser Fernseh-Produktion (die Hollywood-Studios hatten dem Regisseur eine Abfuhr erteilt) ist Steven Soderbergh - trotz seiner wiederholten Ankündigung, dem Kino Lebewohl zu sagen - ein überaus beeindruckendes Biopic gelungen, das vor allem Dank der beiden Hauptdarsteller fasziniert. Wäre es eine Kino-Produktion, Michael Douglas wäre der Oscar sicher gewesen. Denn wie er in die Haut des zwiespältigen Entertainers Liberace schlüpft, ist aller Ehren wert (sogar an der Fingerfertigkeit seines Klavierspiels hat er lange gefeilt, damit es zumindest so aussieht als würde er selbst spielen). Aber auch die detailgetreue Inszenierung der Siebzigerjahre kann sich mehr als sehen lassen. Ein Beweis, dass herausragendes Qualitätsfernsehen auch Kino-würdig ist.



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