Er galt in der Neo-Nazi-Szene als neue Hoffnung: Ingo Hasselbach, ein charismatischer wie faszinierender junger Nazi. So wunderte sein relativ schneller Aufstieg zu einem der führenden Rechtsradikalen kaum. Doch 1993 sagte sich Hasselbach von der Szene los. Danach veröffentlichte er drei Bücher und wurde zum Star der Print-Medien, zumal sich sein Buch "Rechts außen" als Bestseller erwies.

Der schwedische Regisseur Fredrik von Krusenstjerna zeichnet fast sieben Jahre nach Hasselbachs "Ausstieg" ein imposantes Porträt des Mannes, der heute junge Leute vor den Schattenseiten des Rechtsextremismus warnen will und immer noch versucht, ein halbwegs normales Leben zu führen. Doch dies ist schier unmöglich, da ehemalige "Kameraden" ihn immer noch mit Tötungsabsichten jagen. Besonders beeindruckend: Filmemacher von Krusenstjerna besucht gemeinsam mit Hasselbach dessen Vater Hans Canje, der einer der wenigen Überlebenden eines elitären Hitler-Jugend-Bataillons und überzeugter Nazi war, und erst durch die Begegnung mit einem KZ-Insassen geläutert wurde. Als überzeugter Kommunist wurde Canje in der Bundesrepublik verurteilt. 1963 floh er in die DDR, wo er schnell zu einer Führungsposition in der Staatspropaganda gelangte. Von Krusenstjerna ist seit 1986 als Regisseur bemerkenswerter Dokumentationen aktiv. Zu seinen Werken zählen Filme wie "Berlin - DDR Hintergrund" (1987), "Tong Tana" (1989), "Verrat" (1994) und "Transformer" (1997).