Hannes Fritz gab während der Zwanzigerjahre des vorherigen Jahrhunderts seine sichere Stellung als Mitarbeiter einer Bank auf und folgte seinem "inneren Ruf als Künstler". Er nahm ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München auf und war seither als Porträtmaler unter dem Pseudonym "Fritz-München" tätig. Nach Reisen durch Europa, Nordafrika und nach Südamerika, verschlug es Fritz-München von 1932 bis 1937 auf den indischen Subkontinent. Hier war er als einziger deutscher Hofmaler der Maharajas tätig. Nicht nur eine Vielzahl an Gemälden zeugt von dieser Zeit, sondern auch seine Tagebucheinträge und eine große Menge an 16mm-Filmaufnahmen, die der Künstler während seines Indienaufenthaltes machte ...

Konstantin Fritz, der Enkelsohn des außergewöhnlichen Künstlers, hat sich auf den Weg gemacht und ist anhand der Tagebucheinträge und der 16mm-Filmaufnahmen den Spuren seines Großvaters durch Indien gefolgt. Dabei hat er die Geschichte seines Vorfahren besser kennengelernt und Einblicke in eine vollkommen andere Kultur gewinnen können. Eine Kultur, die seinerzeit stark von Gegensätzen geprägt war: der märchenhafte Prunk der Fürstenhöfe und der asketische Mahatma Gandhi, die feudalen britischen Kolonialherren und die einfachen Menschen der Straße, der gewaltige Reichtum der Einen und die erschütternde Armut der Anderen. Regisseur Walter Steffen war mit der Kamera dabei und mischte die aktuellen Aufnahmen der Spurensuche mit den alten 16mm-Filmaufnahmen. Das Ergebnis ist ein sehenswerter Bilderbogen aus der Zeit des kolonialen Indiens bis hin in die Gegenwart und gleichzeitig das Porträt eines Künstlers, der vielen eher unbekannt sein dürfte.



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