Frau Claire Suter (1907-2004) lebt im Altersheim Schönegg in Bern, sie leidet an vaskulärer Demenz - ihre Erinnerungsfähigkeit schwindet. Zusammen mit ihren Mitbewohnern meistert sie den meist tristen Alltag. Obschon man klar mit ihr sprechen kann und meist auch klare Antworten erhält, kann sie sich schon nach einigen Sekunden nicht mehr an das Gesagte erinnern. Frau Suter hat Jahrzehnte in Bern gelebt und doch bleiben nur noch ein paar Erinnerungsfetzen aus der Basler Jugend gegenwärtig. Nur ein Beispiel für ein Schicksal in im Altersheim Schänegg, in dem seit 2002 aber auch eine Utopie verwirklicht worden ist: An das Altersheim ist eine Kindertagesstätte angeschlossen. Und wenn die Kleinen durch die oberen Etagen wirbeln, holen sie die Alten unmittelbar zurück ins Leben.

Dokumentarfilmer Dieter Fahrer zeigt hier das Leben seiner Protagonisten in dem Berner Altersheim, dass geprägt ist von Einsamkeit, Langeweile und das Warten auf die letzte Stunde, den Tod. Fünf seiner sieben Darsteller leben heute nicht mehr. Leider spielt der experimentelle Charakter des Heimkonzeptes, das Miteinander von Alt und Jung, keine allzu große Bedeutung. Vuelmehr zeigt Fahrer intensive und berührende Szenen der alten Menschen, die nicht mehr wissen, wozu sie gebraucht werden. Aber sie wissen, dass sie das Heim nicht mehr verlassen werden. Auf sie wartet bereits der Tod.

Foto: Salzgeber