Durch unglaubliche Mängel des US-amerikanischen Gesundheitssystemd kam Doku-Filmer Michael Moore auf die Idee, die Machenschaften der Krankenversicherungen in den USA aufzudecken. Er schildert einen Albtraum, den man nur dadurch vermeidet, indem man einfach nicht krank wird. Es sei denn, man verfügt über das nötige Kleingeld. Moore stellt Vergleiche mit relativ gut funktionierenden Systemen in Kanada, Großbritannien und Frankreich an, schickt sogar Menschen, die als Helfer am 11. September 2001 vor Ort waren und gesundheitliche Nachfolgeschäden davontrugen, nach Kuba, damit diese Leute die beste ärztliche Versorgung im Gefängnis von Guantanamo erhalten. Doch dort abgewiesen, erhalten die Patienten sogar in kubanischen Krankenhäusern eine bessere Versorgung als zu Hause...

Was Michael Moore in seiner typisch sarkastischen Weise hier aufdeckt, ist nicht erschreckend neu. Denn man wusste vorher schon, dass etwa zahlungsinfähige Patienten von Krankenhausbetreibern auf die Straße gesetzt werden, oder das chronisch kranke US-Amerikaner oft in Arztrechnungen ersticken, da sie Opfer der geldgierigen Pharma-Industrie und ihrer profitorientierten Versicherungen werden. So fragt man sich, was derlei Filme bei uns sollen? Der reine Unterhaltungswert hält sich bis auf ein paar Szenen in Grenzen und die Reaktion: "Ach, da haben wir es ja noch verhältnismäßig gut!", kann es wohl auch nicht sein.

Foto: Senator