Als Holger Meins 1972 verhaftet wurde, stand er bereits seit zwei Jahren auf der Fahndungsliste und galt als Mitglied der Terroristengruppe um Andreas Baader und Ulrike Meinhoff, die später als Rote Armee Fraktion (RAF) in die Geschichte einging. 1973 trat Meins in seinen ersten Hungerstreik. Nur ein Jahr später starb er nach seinem dritten Hungerstreik in der Jugendvollzugsanstalt Wittlich. Offizielle Ursache: Herzstillstand durch Verhungern.

Regisseur Gerd Conradt war einst Kommilitone von Holger Meins. In den sechziger Jahren lernte er ihn auf der neu gegründeten dffb (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) kennen. Laut Conradt trennten sich ihre Wege als Meins "seine Kamera gegen eine Waffe eintauschte". Doch Conradt verklärt hier Meins fast schon heldenhaft als "politischen Künstler" und Märtyrer, zeichnet aber trotzdem ein packendes Zeitbild und das Porträt eines interessanten Menschen. Vor der Kamera äußern sich bekannte Filmemacher wie Harun Farocki (er drehte mit Meins "Die Worte des Vorsitzenden"), Wolfgang Petersen, Meins' damaliger Mentor Peter Lilienthal und Kameramann Michael Ballhaus. Außerdem werden Ausschnitte aus diversen Kurzfilmen von Meins (etwa eine rekonstruierte Fassung seines legendären Dokumentarfilms "Herstellung eines Molotow-Cocktails") und ein paar seiner Gemälde präsentiert.