Die Geschichte spielt in der Mongolei während des Russischen Bürgerkrieges. Ausländische Interventionstruppen beherrschen das Land; in deren Gefolge diktieren westliche Kaufleute den Handel. Der junge Mongole Bair gerät in Streit mit einem britischen Pelzhändler, verletzt ihn und muss fliehen. Als er sich einer Gruppe russischer Partisanen anschließt und mit ihnen gegen die ausländischen Besatzer kämpft, wird Bair gefangen genommen und soll hingerichtet werden. Kurz vor seiner Exekution findet man bei ihm jedoch ein Amulett, das seinen Träger als Nachfahren von Dschingis-Khan ausweist. Bair soll als der "neue Dschingis-Khan" inthronisiert werden, um den politischen Interessen der Konterrevolution zu dienen. Doch stattdessen entfacht er den "Sturm über Asien"...

Wsewolod Pudowkins gewaltiges Schlachtengemälde nach dem Drehbuch von Ossip Brik basiert auf dem Roman "Der Nachfahre Dschingis-Khans" von Iwan Novokschonov, der sich wiederrum auf eine wahre Begebenheit zur Zeit des Russischen Bürgerkriegs bezieht, die in einer Zeitungsnotiz verbreitet worden war. Dieser Notiz zufolge wurde ein Strohmann als "Nachfahre Dschingis Khans" eingesetzt, um der konterrevolutionären Bewegung eine Schein-Legitimation zu geben. Das Stummfilmdrama ging als Dokument einer inzwischen stark zerstörten mongolischen Landeskultur in die Filmgeschichte ein und entstand 1928 im südsibirischen Burjatien in der Nähe des Baikalsees, Schauplatz blutiger Kämpfe des Russischen Bürgerkriegs von 1918 bis 1921. "Sturm über Asien" ist nach "Die Mutter" und "Das Ende von St. Petersburg" der dritte Teil der sogenannten Revolutions-Trilogie Pudowkins.

Foto: ZDF/Anatolii Golovnja