In dem kleinen ukrainischen Städtchen Romny spielte sie einst ihren ersten Töne auf dem Klavier, studierte später in Elite-Internat für angehende Musiker, besuchte das Konservatorium und verließ schließlich nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl ihr Heimat: die 1967 geborene Pianistin Alena Cherny. Mittlerweile lebt sie seit Jahren in Wetzikon im Zürcher Oberland. Cherny ist zwar kein Weltstar, doch ausgedehnte Konzertreisen führten sie in die USA, nach England, Israel, Deutschland, Italien, Österreich und Japan, wo sie in führenden Kulturzentren konzertierte. Heute ist sie als Künstlerin etabliert und möchte sich einen Herzenswunsch erfüllen: Der Musikschule ihres ukrainischen Heimatdorfes einen Flügel schenken. Zusammen mit dem Instrument geht sie auf eine Reise in die Vergangenheit ...

Der Schweizer Filmemacher Christian Labhart hat Alena Cherny in ihre Heimat begleitet. Labhardt zeigt seine Protagonistin, die einst an Leukämie erkrankte und ihr Kind in der Ukraine zurückließ, bei den rührenden Treffen mit Familie und Freunden, aber auch auf der Reise durch die Sperrzone rund um Tschernobyl zur unbewohnten Geisterstadt Pripyat. So entstand das Porträt einer ungewöhnlichen wie leidenschaftlichen Frau, die trotz vielen Kontrasten und Katastrophen ihren musikalischen Weg gemacht hat. "Appassionata" gewann 2012 den Publikumspreis am Zürich Film Festival.



Foto: One Filmverleih