So genannte "Gated Communities" sind weitläufige Areale im städtischen Raum, die von Mauern umschlossen und nur für ihre Bewohner zugänglich sind. Hier wird ein Leben "auf der sicheren Seite" von der Verwaltung und vom Sicherheitspersonal garantiert. Keine neue Form urbanen Lebens, denn bereits im 19. Jahrhundert entstanden erste Siedlungen in den USA. Und selbst in Deutschland, in der die Kluft zwischen Arm und Reich sicher nicht so groß ist wie etwa in den USA, Südafrika oder Indien, sind in den letzten Jahren Anlagen entstanden, die von hohen Zäunen umgeben sind, Tag und Nacht per Kamera überwacht werden, und nur der Zutritt erhält, der vorher von einem der Bewohner angemeldet wurde.

Das Dokumentarfilmer-Duo Corinna Wichmann und Lukas Schmid hat sich auf drei Kontinenten umgeschaut und drei "Gated Communities" besucht: Die Community Dainfern in Johannesburg/Südafrika, die Community Palm Meadows im indischern Bangalore und die glamouröse Community Spanish Trail in Las Vegas/Nevada. Sie sprachen mit Bewohnern über ihre Beweggründe, sich von ihrer Umgebung zu isolieren, und zeigen, dass bei den meisten Inhabern der größtenteils sündhaft teuren Wohnungen ein starkes Sicherheitsbedürfnis besteht. "Auf der anderen Seite" macht aber auch deutlich, dass der städtische Raum sich mehr und mehr privatisiert und das ungelöste gesellschaftliche Konflikte wie Apartheid, Kastensystem und große Einkommensunterschiede eine entscheidende Rolle für das immer neue Entstehen der Communitys spielen.

Foto: RealFiction