Für den Landstreicher Dwight ist das Leben schwierig. Er lebt mehr oder weniger in seinem kaputten, verrosteten Auto, wühlt im Müll, isst das, was andere weggeschmissen haben. Ab und zu bricht er in Häuser ein, deren Bewohner er in Urlaub weiß. Dort badet und schläft er. Dwight hat sich mit seinem seltsamen Leben mehr oder weniger abgefunden. Doch das ändert sich massiv, als ihn eines Tages ein Polizist aufsucht, um ihm mitzuteilen, dass der Mörder seiner Eltern nach 20 Jahren Haft nun wieder auf freien Fuß kommt. Für Dwight der Anlass, sein Leben wieder in Griff zu bekommen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Er repariert sein Auto und begibt sich auf die Suche nach dem Mörder, um diesen zu richten. Damit aber entfesselt er eine ungeahnte Welle der Gewalt, die mehr und mehr eine blutige Eigendynamik entwickelt und bald erste Opfer fordert ...

Nicht die üblichen Schauspielgesichter

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Ruhe Regisseur Jeremy Saulnier ("Murder Party") hier seinen Protagonisten ins offene Messer laufen lässt. Im Gegensatz zu den üblichen Rache- oder Selbstjustizfilmen ist die Hauptfigur kein kerniger Ex-Soldat, Gangster, Killer oder einfach ein knallharter Bursche, sondern eher eine bemitleidenswerte Figur, die im Leben nichts auf die Reihe bekommt (hier werden Erinnerungen an Dustin Hoffmans Charakter in "Wer Gewalt sät" wach) und letztendlich auch mit seinem Rachevorhaben grandios scheitert. Hauptdarsteller Macon Blair meistert seinen Job mit Bravour. Saulnier steigert die Spannung ins Unerträgliche und begibt sich gekonnt auf die Spuren von Suspense-Meister Alfred Hitchcock, indem er seinen harmlosen Antihelden in eine ausweglose Situation schickt. Erfrischend auch, dass man in dieser Independent-Produktion – die leider auch nach einer solchen aussieht – nicht wieder die üblichen Schauspielgesichter sieht.