Seine voluminösen Figuren in ungewöhnlicher, ihm eigener Ästhetik machten ihn in der Kunstwelt berühmt: den Kolumbianer Fernando Botero. Er wuchs in eher bescheidenen Verhältnissen in Medellin auf, begann bereits als Zwölfjähriger zu malen und nahm mit 16 an einer Ausstellung in seiner Heimat teil. In der abstrakten Kunstwelt von New York allerdings wirken seine Bilder wie Fremdkörper, zu sehr sind sie noch der Realität behaftet. In Europa sah das anders aus, da fand er schnell Anerkennung, zumal seine Werke auch gerne aktuelle Bezüge (besonders von den mitunter grausamen Zuständen in Kolumbien) herstellen. "Ich war immer der Auffassung, dass die Kunst den Grausamkeiten des Lebens zu entrinnen erlaubt und eine Zuflucht für Schönheit und Heiterkeit darstellt. Doch die Tragödie, die mein Land durchmacht, ist so erschütternd, dass sie auch in mein Werk eindringt," sagt Botero über seine Kunst.

Regisseur Peter Schamoni hatte sich zuvor bereits mit anderen Künstler (ein Kurzfilm über Friedensreich Hundertwasser, ein Doku-Drama über Caspar David Friedrich und die Dokus über Max Ernst: Mein Vagabundieren - Meine Unruhe und Niki de Saint Phalle: Wer ist das Monster ... Du oder ich?) beschäftigt, bevor er dieses überaus informative und wunderbar unterhaltsame Porträt des kolumbianischen Malers und Bildhauers Botero schuf. Schamoni beleuchtet nicht nur das Schaffen des Künstlers, sondern zeigt auch die Person hinter den Werken. Dabei vergiss man manchmal sogar, dass dies eigentlich eine Dokumentation ist, so filmisch wie inhaltlich unterhaltsam und witzig ist das Ganze.

Foto: Concorde