Irgendwo am Rande der Multimillionen-Metropole Kairo: In einer kleinen Wohnung lebt Soad mit ihrer Mutter und ihrem kranken, bettlägerigen Vater. Soads einzige Aufgabe ist die Pflege des Vaters, denn die Mutter arbeitet nachts in einem Krankenhaus, nach ihrer Rückkehr ist sie zu nichts mehr fähig. So hat sich Soad in Laufe der Zeit ihrem Schicksal gefügt, nur auf ihren wenigen seltenen Spaziergängen bemerkt sie, dass sie auch noch andere Bedürfnisse und Wünsche hat, die allerdings unerreichbar scheinen ...

Das einfühlsam wie atmosphärisch dicht inszenierte, kammerspielartige Drama ist das betont langsam in Szene gesetzte Regiedebüt der ägyptischen Filmemacherin Hala Lotfy, die in das Leben einer durchschnittlichen Familie eintaucht, das von Genügsamkeit und dem Zurückstellen von eigenen Bedürfnissen gekennzeichnet ist. Mal zärtlich, mal frustierend folgt die Kamera dabei der nicht mehr ganz jungen Soad - gekonnt verkörpert von Donia Maher -, die es irgendwann vielleicht wagen wird, ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen.



Foto: Arsenal Institut/Hassala Productions