1994/95 sorgte er aus Nigeria stammende Torjäger Jonathan Akpoborie für eine kleine Sensation: In 32 Pflichtspielen der Regionalliga Süd für die Stuttgarter Kickers schoss er unglaubliche 37 Tore und wurde Torschützenkönig. Eine große Karriere wurde ihm danach vorausgesagt und schon bald stürmte der nigerianische Nationalstürmer, der auch einen deutschen Pass besitzt, für Bundesliga-Klubs wie Hansa Rostock, den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg. Doch nach 144 Bundesliga-Spielen war es mit Akpobories Kicker-Karriere vorbei. Als im April 2001 vor Westafrika eine alte Fähre aufgebracht wurde, auf der angeblich hunderte von afrikanischen Kindern als billige Arbeitssklaven verschickt werden sollten, fiel ein schwerer Verdacht auf den Torjäger, der seinerzeit Miteigner des Schiffes war. Sein Bundesliga-Arbeitgeber trennte sich über Nacht von seinem Goalgetter.

Die Schweizer Filmemacherin und Grimme-Preisträgerin Heidi Specogna ("Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez") hat sich dieser ungewöhnlichen Geschichte angenommen und rekapituliert die Ereignisse, die zur Entlassung Akpobories führten. Eine Schuld konnte dem Fußballer zwar nie nachgewiesen werden, doch seine Karriere war endgültig zerstört. Allerdings bleibt Specognas Blick nicht auf das Leben Akpobories beschränkt, sondern sie suchte auch nach den Kindern von damals. So entsteht ein facettenreiches Bild über Träume, Fußball, enttäuschte Erwartungen und über die Handelsware Mensch in Afrika.

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