Eigentlich führt Walter Mitty als Fotoarchivar des renommierten "Life!"-Magazins ein zurückgezogenes, schlichtes Leben. Dem täglichen Einerlei entflieht Mitty, indem er sich auf Tagträume einlässt. So sieht sich die graue Maus gerne als strahlender Held, der seine heimliche Liebe, die neue Kollegin Cheryl, immer wieder aufs Neue in Erstaunen versetzten kann. Doch eigenlich versauert Mitty in den Kellerräumen des Archivs. Nur der große Fotograf Sean O'Connell, der schon so manches Coverbild für das Magazin schoss, dem Mitty aber noch nie begegnet ist, hält große Stücke auf den Archivar. Als dann die Geschäftsführung den Mitarbeiter mitteilt, das das Magazin zukünftig nur noch online existieren wird, liefert Sean O'Connell das letzte Titelbild. Doch in den Unterlagen, die Mitty gesendet wurden, fehlt genau jenes Bild. So macht sich Walter auf den mühsamen Weg, O'Connell aufzusuchen. Dies ist der Beginn eines großen Abenteuers, in dem Mitty dem Fotografen um die halbe Welt hinterherjagt ...

Ben Stiller hat sich selbst den Danny-Kaye-Komödien-Klassiker von 1947 vorgenommen und gekonnt modernisiert. Wie schon Norman Z. McLeods "Das Doppelleben des Herrn Mitty" basiert die Geschichte lose auf der Kurzgeschichte des Humoristen James Thurber. Im Gegensatz zu Kaye verlieh Stiller seiner Figur jedoch mehr Tiefe und damit der Geschichte eine stärkere Dramatik. Tolle Bilder, ein paar kuriose Einfälle und ein krönender Abschluss lassen bei Stillers Regiearbeit die ein oder andere Länge bzw. Doppelung durchaus verzeihen. Interessant: Die Neuverfilmung des Stoffes lag schon seit nahezu 20 Jahren in Hollywood auf Eis. Namen von Schauspielern wie Jim Carrey, Owen Wilson, Mike Myers, Sasha Baron Cohen und Will Ferrell und von Regiegrößen wie Steven Spielberg, Ron Howard oder Gore Verbinski fielen im Zusammenhang mit dem Projekt. Nun brachte also Ben Stiller als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent in Pesonalunion Walter Mitty zu neuem, erstaunllichem Leben - ganz nach dem Motto: wenn du nur willst, sind deine Erlebnisse manchmal größer als das Leben selbst.



Foto: Fox