Hermann Knittel lebt in bescheidenen Verhältnissen. Als Kassierer der städtischen Gaswerke hat er nur ein kleines Einkommen, das für seine Familie und ihn gerade ausreicht. Eines Tages begegnet ihm im Schnellzug nach Berlin ein gut aussehender, älterer Herr im Schlafanzug, der in Schwierigkeiten zu stecken scheint. Der Unbekannte bittet Knittel, ihm seinen Anzug zu verkaufen. Zunächst ist Knittel wegen des ungewöhnlichen Vorschlags amüsiert. Doch als der Unbekannte ihn immer mehr zu dem sonderbaren Geschäft drängt und eine Kaufsumme von 10000 Mark in den Raum stellt, wird Knittel hellhörig. Schließlich willigt er ein, überlässt dem Unbekannten gegen einen Scheck seinen Anzug und bleibt im Schlafanzug zurück. Noch immer kann er kaum glauben, für welch immens hohen Preis er seinen abgenutzten Zwirn veräußert hat. Schließlich zieht er sogar in Betracht, einem Betrüger aufgesessen zu sein. Ein Besuch bei der Bank jedoch belehrt in eines Besseren. Entgegen aller Skepsis zahlt man ihm den Betrag aus. Seiner Familie verschweigt er zunächst den neu erworbenen Reichtum. Abends verlässt er klammheimlich die Wohnung und spielt im Berliner Nachtleben den Mann von Welt. Doch schon bald kehrt er reumütig zu seiner Familie zurück und legt Ehefrau Erika kleinlaut das Geld auf den Tisch. Die Ehe, die bereits auseinander zu brechen drohte, scheint noch einmal gerettet zu sein. Im Geldrausch beginnt nun Frau Knittel, Luxusgüter anzuschaffen, was bei den Nachbarn auf reges Misstrauen stößt. Polizei und Staatsanwaltschaft schalten sich in die Affäre Knittel ein, weil man der festen Überzeugung ist, der Gasmann habe Geld unterschlagen...

"Wenn's bei uns morgens um sechs Uhr klingelt, ist es nicht der Milchmann", ein Satz, den man in Zeiten der NS-Diktatur aus Angst vor Verhaftung nur hinter vorgehaltener Hand sagen durfte. Dennoch legte Regisseur Carl Froelich seinem Hauptdarstelller Heinz Rühmann in der Verfilmung von Heinrich Spoerls Komödie diese Worte in den Mund. Eine vorsichtig-ironische Karikatur des Zeitgeistes war beabsichtigt, dennoch zeigten die Nazi-Größen keinerlei Sinn für Humor, zumal Rühmann schon vor den Dreharbeiten zu "Der Gasmann" Zielscheibe von Denunziationen geworden war. Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels ließ eine disziplinarische Untersuchung anordnen, da Rühmann unter anderem mit einer Vielzahl "nicht-arischer" Freunde und Kollegen verkehrte. Auch der von ihm als Gasmann in despektierlichem Tonfall vorgetragene Gruß "Na dann - Heil Hitler!" sorgte für Empörung. Obwohl sich das Publikum bei der Premiere im Berliner Ufa-Palast köstlich amüsierte, ließ Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß aus fast allen Kopien des Films die entsprechende Szene herausschneiden. Da es Rühmann in Kriegszeiten durch seine Filme immer wieder gelang, die durch alliierte Bombenangriffe zermürbte Bevölkerung ein wenig aufzuheitern, nahmen die NS-Behörden von weiteren Ermittlungen gegen den Filmstar später Abstand.