Als Autist war Axel Brauns sich immer selbst genug. Er lebte allein, aber glücklich in seiner Welt. Gegenstände waren ihm wichtiger als Menschen. Nicht Vater oder Mutter, sondern die rechteckige Form der Gehwegplatten gab ihm Sicherheit und Geborgenheit. Sprache war ihm fremd, verursachte Schmerzen und wurde daher möglichst vermieden. Ursprünglich hätte er deshalb auf die Sonderschule gemusst, doch stattdessen entschied sich Axel Brauns, Zweitbester seines Abitur-Jahrgangs zu werden. Er begann "Rollen" für sich zu erfinden, fiktive Personen, die es ihm erlaubten, seine autistischen Defizite zu überwinden und sich aus seiner krankheitsbedingten "unsozialen" Isolation zu lösen. Der Junge, der kaum in der Lage war zu sprechen und weder Menschen noch die Gefühle anderer wahrnehmen konnte, wurde allen Zweiflern zum Trotz ein erfolgreicher Schriftsteller: Sein autobiografischer Erstlingsroman, "Buntschatten und Fledermäuse", brachte ihm eine Nominierung für den Deutschen Bücherpreis ein. Seine eigentliche Leidenschaft gilt jedoch dem Kino, der glitzernden Welt des Films. Axel Brauns will einen Film drehen und Geschichten über den Autismus erzählen, "von innen" heraus, aus seiner Perspektive. Sein erster Film soll ihn nach Hollywood bringen - auf den "roten Teppich". Die Rolle für diesen Auftritt hat er sich bereits zurechtgelegt.