Der junge Santiago Román kehrt nach vielen Jahren nach Lima zurück. Als Soldat hatte er zuvo mehrere Jahre in einer Eliteeinheit der peruanischen Marine gegen terroristische Aufstände, Drogenhandel und das Nachbarland Ecuador gekämpft. Doch auch nach dem Rückzug ins Privatleben findet Santiago keine Ruhe, denn seine Familie ist zerrüttet und die peruanische Gesellschaft versinkt im Chaos. Dabei sehnt sich Santiago nur nach einem normalen Leben, nach Arbeit und Familie. Schließlich versucht er, seine militärische Vorstellung von Ordnung durchzusetzen. Doch bei dem Kampf um Integration und Anerkennung lassen ihm seine Erinnerungen an die Gewalt des Krieges keine Ruhe...

Der junge peruanische Filmemacher Josué Méndez hat mit "Dias de Santiago" sein eindringliches und bewegendes, vielfach preisgekröntes Langfilm-Regiedebüt vorgelegt. Die innere Zerrissenheit und Aufgewühltheit des Protagonisten wird von Pietro Sibille, der als einer der talentiertesten peruanischen Bühnendarsteller gilt, überzeugend und großartig dargestellt. Auch auf formaler Ebene wird der innere Zustand Santiagos nachvollzogen. Der Wechsel zwischen Schwarz-Weiß und Farbe, die die Figur verfolgende Handkamera und der innere Monolog spiegeln die Gedanken-und Gefühlswelt Santiagos wider. Neben der tiefgehenden psychologischen Darstellung der Hauptfigur geht es in dem Drama auch um die Abrechnung mit dem Militär und der dahinterstehenden Regierung, die ihre Jugendlichen einem Krieg opfert, der in den Köpfen der Gesellschaft längst vergessen ist.