Mit 32 Jahren befindet sich Alexander von Humboldt auf der anderen Seite der Erdkugel in Südamerika und bricht mit seinen Gefährten, dem französischen Botaniker und Arzt Aimé Bonpland, dem kreolischen Adligen Carlos Montúfar und einer Karawane von einer Hazienda im Andengebiet auf, um den Chimborazo zu besteigen, den höchsten Berg der Region, den bisher noch nie ein Mensch bezwungen hat...

Regisseur Rainer Simon und sein Co-Autor Paul Kanut Schäfer verflechten in ihrer Filmbiographie die Expedition auf den Chimborazo mit zahlreichen Rückblenden, die von Stationen aus Alexander von Humboldts Leben berichten. Mitunter wirkt diese Dramaturgie etwas verwirrend, weil sie die verschiedenen zeitlichen und räumlichen Ebenen der Erzählung zu einer einzigen, alles umfassenden Gegenwart zu fügen versucht. "Die Besteigung des Chimborazo" entstand in den letzten Jahren der DDR. Vor diesem Hintergrund bekommt die Sehnsucht des jungen Alexander von Humboldt nach fernen Ländern eine enorm aktuelle politische Dimension, die auch mit den empfindlichen Beschränkungen der Reisefreiheit in der DDR zu tun hat. Jan Josef Liefers in der Rolle des Alexander von Humboldt ist hier in seinem Filmdebüt zu sehen.