Manfred Krug

Manfred Krug, hier im "Tatort - Rattenlinie" zu sehen, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. 

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Manfred Krug, hier im "Tatort - Rattenlinie" zu sehen, ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Fotoquelle: NDR/Manju Sawhney
Manfred Krug
Geboren: 08.02.1937 in Duisburg, Deutschland
Gestorben: 21.10.2016 in Berlin, Deutschland

Ein bisschen Glatze wie Kojak, reichlich Leibesfülle wie Depardieu und auch von dessen Sensibilität besaß er einiges. Dazu musikalische Qualitäten als Chanson- und Jazzsänger – Manfred Krug hatte viel zu bieten.

Als Fuhrunternehmer "Auf Achse", als Hamburger Tatort-Kommissar Paul Stöver (seit "Tatort - Haie vor Helgoland") - diese Rolle spielte er von 1984 bis 2001 41 mal -, als Berliner Anwalt "Liebling - Kreuzberg" oder die Hauptrolle in "Detektivbüro Roth" avancierte er seit Ende der Siebzigerjhre im Westen zu einem TV-Publikumsliebling. Aber auch im Osten zog man vor dem ehemaligen Regimekritiker den Hut. Der Privatmann Krug stand dabei nie im Mittelpunkt. Stets überzeugte der gelernte Schmelzer durch markantes Spiel mit sympathischen Phlegma und große Präsenz.

Der Wechsel zwischen Ost und West prägte sein Leben. Aufgewachsen in Duisburg (Gymnasium) ging Manfred Krug 1949 nach Scheidung der Eltern mit dem Vater in die DDR. In Brandenburg absolvierte er eine Lehre als Schmelzer. Vier Jahre Arbeit in einem Stahl- und Walzwerk nebst Abendoberschule folgten. Weitere Stationen: Staatliche Schauspielschule bis zum Hinauswurf 1954, Schauspielschüler am Berliner Ensemble, Bühnenreifeprüfung. Seine bekannten Serienrollen ließen bis auf wenige Anspielungen im "Tatort" schnell vergessen, dass Krug als Chanson- und Jazzsänger durch die DDR, Polen und die CSSR getourt war und Bühnenerfolge an der Komischen Oper Berlin in Gershwins "Porgy und Bess" feierte (1970-76).

1956 kam Krug zum Film und zum Fernsehen. Wegen seiner kräftigen Statur und der Stirnnarbe spielt er häufig Halbstarke, Ganoven und Kriminelle. Erst 1960 erhielt er in Frank Beyers Spanienfilm "Fünf Patronenhülsen" als polnischer Brigadist eine anspruchsvolle Rolle. 1961 hatte er Erfolg mit der autobiografisch geprägten Rolle des schnodderigen Martin Hoff in der Gegenwartskomödie "Auf der Sonnenseite" - als gesellschaftliche Vorbildfigur kulturpolitisch gern gesehen. Mehrfach spielte er sozialistische und antifaschistische Heldenrollen. Der Bau-Brigadier Balla in Beyers Verfilmung des DDR-Bestsellers "Spur der Steine" (1966) war der SED jedoch zu anarchisch: der Film wird nach drei Tagen aus dem Verleih genommen und gilt heute als kulturpolitischer Beleg.

Dieses "Über-die-Stränge-schlagen" wurde typisch fur manche Rollen. So als Draufgänger in mehreren historischen Abenteuerfilmen: "Mir nach, Canaillen!" (1963). Als bulliger Lkw-Fahrer in den Ost-Roadmovies "Weite Straßen - stille Liebe" (1969) und "Wie füttert man einen Esel" (1973). 1976 unterstützte der populäre "DDR-Star mit Weltniveau" den Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns und wird mit Berufsverbot bestraft.

Krug stellte 1977 einen Ausbürgerungsantrag und ging nach West-Berlin. Er trat in TV-Shows auf und übernahm nur gelegentlich prägnantere Aufgaben wie in Alexander von Eschweges TV-Film "Flächenbrand" (1981) nach Max von der Grün oder in dem Dokumentarspiel "Joseph Süss Oppenheimer" (Rainer Wolffhardt). Doch noch 1977 gewann er im Westen als Trucker in der weltumspannenden TV-Dauer-Serie "Auf Achse" einen großen Bekanntheitsgrad. Dann auch als Chef des Detektivbüros Roth, als Hamburger "Tatort"-Kommissar Stöver und als gewitzt-phlegmatischer Rechtsanwalt in der Reihe "Liebling - Kreuzberg".

1997 erlitt Krugs Gesundheit einen Rückschlag. Er musste seitdem kürzer treten, nachdem zeitweise sogar unklar war, ob er überhaupt wieder vor die Kamera treten könne. Am 21. Oktober 2016 starb Krug im Alter von 79 Jahren in Berlin.

Die "Tatort"-Folgen als Hauptkommissar Paul Stoever: "Tatort - Gelegenheit macht Liebe" (1984), "Tatort - Irren ist tödlich" (1985) "Leiche im Keller", "Tatort - Tod auf Eis" (beide 1986), "Tod im Elefantenhaus", "Tatort - Voll auf Hass" (beide 1987), "Tatort - Spuk aus der Eiszeit", "Tatort - Pleitegeier" (beide 1988), "Schmutzarbeit", "Armer Nanosh" (beide 1989), "Lauf eines Todes", "Zeitzünder" (beide 1990), "Tatort - Finale am Rothenbaum", "Tatort - Tod eines Mädchens" (beide 1991), "Blindekuh", "Experiment", "Tatort - Stoevers Fall" (alle 1992), "Amoklauf", "Um Haus und Hof" (beide 1993), "Ein Wodka zuviel", "Singvogel" (beide 1994), "Tod eines Polizisten", "Tödliche Freundschaft", "Der König kehrt zurück" (alle 1995), "Tatort - Tod auf Neuwerk", "Fetischzauber", "Lockvögel", "Parteifreunde" (alle 1996), "Tatort - Ausgespielt", "Mord hinterm Deich", "Tatort - Undercover-Camping" (alle 1997), "Arme Püppi", "Tatort - Schüsse auf der Autobahn" (beide 1998), "Habgier" , "Traumhaus", "Tatort - Der Duft des Geldes" (alle 1999), "Blaues Blut", "Tatort - Rattenlinie", "Der schwarze Skorpion" (alle 2000), "Tod vor Scharhörn" (2001).

Weitere Filme mit Manfred Krug: "Ein Mädchen von 16 1/2" (1958), "Ware für Katalonien", "Reportage 57", "Bevor der Blitz einschlägt" (alle 1959), "Was wäre wenn...?", "Leute mit Flügeln" (beide 1960), "Professor Mamlock", "Guten Tag, lieber Tag", "Drei Kapitel Glück" (alle 1961), "Königskinder", "Minna von Barnhelm", "Revue um Mitternacht", "Der Kinnhaken" (alle 1962), "Nebel", "Der Boxer und der Tod", "Beschreibung eines Sommers" (alle 1963), "Die antike Münze", "König Drosselbart", "Wenn du groß bist, lieber Adam" (alle 1965), "Frau Venus und ihr Teufel" (auch Buch), "Die Fahne von Kriwoj Rog" (beide 1967), "Hauptmann Florian von der Mühle", "Wege übers Land" (TV-Mehrteiler), "Abschied" (alle 1968), "Mit mir nicht, Madam!", "Käuzchenkuhle" (beide 1969), "Netzwerk", "Meine Stunde Null", "Junge Frau von 1914" (alle 1970), "Husaren in Berlin" (1971), "Die gestohlene Schlacht" (1972), "Stülpner-Legende" (TV-Serie, 1973), "Kit & Co." (1974), "Daniel Druskat" (TV-Mehrteiler, 1976), "Feuer unter Deck", "Abschied vom Frieden" (TV-Mehrteiler), "Das Versteck" (alle 1977), "Die Faust in der Tasche" (1979), "Die Fischer von Moorhövd" (TV-Serie, 1982), "Konsul Möllers Erben" (TV-Mehrteiler), "Wer raucht die Letzte?" (beide 1983), "Whopper-Punch 777" (1986), "Neuner", "Rosamunde" (beide 1990), "Der Blaue" (1993), "Wir sind auch nur ein Volk" (1994), "Abgehauen" (1998), die Geschichte seiner Flucht, zu der er auch das Drehbuch verfasste.

Außerdem wirkte Manfred Krug 1982 und 1983 in der "Sesamstraße" mit, hatte Gastauftritte in zwei Folgen der Serie "Das Traumschiff" und übernahm die Erzähler-Rolle in dem Film "Kinder, Kader, Kommandeure" (1992) und eine Sprecher-Rolle in "Cats & Dogs - Wie Hund und Katz" (2001).


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