Anfang 19. Jahrhundert, die Bourbonen herrschen über Süditalien mit seinen Klassenschranken, als in einem kleinen Dorf im Cilento ein Aufstand unterdrückt wird. Es sind vor allem arme Leute und Bauern, die aus ihren Häusern vertrieben werden. Manche wehren sich mit Gewalt, rufen, schreien, andere können flüchten. So auch Salvatore, Angelo und Domenico, drei junge belesene Männer, die bald nur noch von einem Gedanken beseelt sind: der Revolution und die Schaffung eines italienischen Nationalstaates. Doch bis dahin ist es noch ein weiter wie beschwerlicher Weg, denn noch prägen die alten einflussreichen Patrizierfamilien mit ihren guten Beziehungen zum Königshaus Politik und Gesellschaft ...

Der aufwändig wie atmosphärisch dicht in Szene gesetzte Zweiteiler des aus Neapel stammenden Regisseurs Mario Martone beschreibt am Beispiel der Schicksale der drei jungen Protagonisten den Beginn des Widerstands gegen die Bourbonen, das Aufkommen des Risorgimento, die bitteren Niederlagen der Revolutionäre und schließlich den Weg Italiens in den Nationalstaat. So entstand ein episch angelegter Bilderbogen, der jedoch auch zeigt, dass sich für die Armen und die Bauern auch nach der Vertreibung der Bourbonen nicht viel geändert hatte. Denn auch danach wurde ihr Leben weiter fremd bestimmt und war von Resignation und Verbitterung, Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit gekennzeichnet.

Foto: arte F/Marco Piovanottto