Der blendendweiße Carrara-Marmor aus der italienischen Hafenstadt genießt Weltruhm. In den rund 200 Steinbrüchen in fast 2000 Meter Höhe von Carrara wird wie zu Zeiten Michelangelos fieberhaft gearbeitet. Tausende muskulöser Kerle schneiden meterhohe Quader aus dem Fels, wie Ameisen unter einer glühenden Sonne. Seit man die Dynamitsprengungen aufgab und den Fels mit Diamantseilen schneidet, sind die tödlichen Unfälle zwar zurückgegangen. Doch wehe, das Stahlseil reißt - es trifft wie ein Geschoss.

Lebensgefährlich ist auch der Abtransport der Marmorblöcke mit Fünftonnern. Dutzende Blöcke sind aus dem Steinbruch hinunter zum Hafen zu transportieren - ein Teufelsjob; mit der Tonnenlast im Rücken die Serpentinen abwärts. Bei Regen verwandeln sich die Wege in Rutschbahnen. Vor einiger Zeit prallte einer der Brummis gegen eine Felswand: Der Block rasierte das Führerhaus ab, vom Fahrer blieb nur eine Silhouette. Regisseur und Autor Michael Trabitzsch ("Zeichnen bis zur Raserei - Der Maler Ernst Ludwig Kirchner") fing die gefährliche Arbeit, aber auch die wundervolle Landschaft, mit seiner Kamera ein.