Die Welt im Wandel: Während Regierungen und Großindustrie für die Globalisierung und Verfestigung der Macht der Konzerne werben, widersetzen sich dieser Politik weltweit Menschen mit einer Forderung nach Re-Regulierung von Handel und Finanzen. Besonders betonen sie dabei, dass lokales Wirtschaften eine wichtige Strategie ist, um uns selbst zu einem besseren Leben zu verhelfen. Wirtschaftliche Globalisierung hat zu massiver Expansion und Machterweiterung von Großunternehmen und Banken geführt. Dadurch wurden die Probleme verschärft, mit denen die Menschen heute konfrontiert sind: Fundamentalismus und ethnische Konflikte; Klimakatastrophe und Artensterben; finanzielle Unsicherheit und Arbeitslosigkeit. Eine weitere Problematik sind die zunehmend individuellen Kosten. Immer mehr Menschen sind Stressfaktoren ausgesetzt. Durch steigenden Druck der Arbeit verbringen sie weniger Zeit mit Familie und Freunden.

Das Regietrio Helena Norberg-Hodge, Steven Gorelick und John Page (alle drei sind Aktivisten der Internationalen Gesellschaft für Ökologie und Kultur) will in seinem Dokumentarfilm zeigen, wie Globalisierung kulturelle Selbstverleugnung, Konkurrenz und Spaltung verursacht, strukturell das Wachsen von Slums und städtischen Ballungsräumen fördert und Demokratie schwächt. Durch den globalen Handel entsteht eine enorme Verschwendung: Äpfel aus Großbritannien werden zum Waschen und Wachsen nach Südafrika und zum Verkauf wieder zurück in britische Supermärkte geschickt; vor den Küsten Amerikas gefangener Tunfisch wird zur Verarbeitung nach Japan und anschließend wieder nach Amerika geflogen. Es gibt Berichte über Selbstmorde indischer Bauern und vom Tod ländlicher Kulturen in allen Teilen der Erde. Doch "Die Ökonomie des Glücks" kritisiert nicht nur, sondern bietet ansatzweise auch Lösungsansätze. Es werden Gemeinschaftsinitiativen vorgestellt, die sich für eine Agenda der Regionalisierung einsetzen, wie z.B. städtische Gärten in Detroit, Michigan und die Transition Town-Bewegung in Totnes, Großbritannien. Und es werden Erfolge von Bewegungen aufgezeigt, die sich für eine Rückbesinnung auf lokal angebaute Lebensmittel, biologische Vielfalt, Gemeinschaft und Wirtschaft weltweit einsetzen. Störend ist neben den eher spärlich aufgezeigten Alternativen der immer wieder oberlehrerhaft wirkende Kommentar von Ko-Regisseur John Page.



Foto: BraveHearts