"Endlich mein eigener Chef!", dachten sich die Schützes, als 1989 der Sozialismus in einer Sackgasse an der Mauer endete, und sie den kleinen HO-Gemüseladen in Zschopau in eigener Regie weiterführten. Leider sicherten die ersten Erfolge noch nicht den in das vom Westen bestimmte Geschäftsleben. Weder der Gemüseladen noch das Käse- und Feinkostgeschäft florierten auf Dauer in der von der Liquidierung der traditionsreichen Motorradwerke MZ schwer getroffenen Stadt Zschopau.

Filmemacher Wolfgang Ettlich und der Kameramann Hans-Albrecht Lusznat trafen die Familie Schütze eher zufällig, als sie im Dezember 1989 mit kleiner Filmausrüstung in die Ex-DDR fuhren. Sie haben das Stehaufmännchen Jürgen Schütze seitdem nicht mehr aus den Augen verloren. Auch dessen Idee, Geschäftsräume an die Mercedes-Niederlassung zu vermieten, scheiterte - am Misserfolg des Hauses mit dem Stern in Zschopau. Hohe Schulden trieben die Schützes schließlich dazu, jede Arbeit anzunehmen. Zuletzt boten sie Hundefutter auf Messen und Märkten an. Doch nach wie vor gilt: "Wir machen weiter".