Obwohl es der Fremden an Geld nicht mangelt – sie trägt es bündelweise mit sich und versteckt es in ihrer Wohnung -, bemüht sie sich um einen Haushaltshilfejob im Haus gegenüber ihrer neuen Wohnung. Ihre Intentionen sind dabei zunächst völlig unklar. Will sie das Kind der Juweliersfamilie entführen? Hegt sie Rachepläne, da ihr in der Vergangenheit offenbar übel mitgespielt wurde? Erst allmählich setzt sich die komplexe Geschichte mosaikartig zusammen, wird klar, dass die mysteriöse Frau in der Juwelierstochter ihr eigenes Kind vermutet...

Giuseppe Tornatore ("Der Zauber von Malèna") entwarf hier ein faszinierendes Werk zwischen Thriller und Drama. In (zunächst verwirrenden) Rückblenden verdichtet sich die Geschichte mehr und mehr, erhellt die körperlichen und seelischen Qualen, die die Protagonistin erleiden musste. Mit der brillanten Hauptdarstellerin Kseniya Rappoport entfaltet sich vor den Augen des Betrachters eine zutiefst ergreifende wie spannende Handlung ohne Happy End. Ebenfalls stark: Michele Placido als fieser Zuhälter. In seinem Heimatland wurde der Film mit Preisen überhäuft.

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