Die 14-jährige Stevie zieht mit ihren Eltern, zwei heimtlosen umherziehenden Althippies, aus Portugal in die deutsche Provinz. Dort hofft sie endlich ein halbwegs normales und geregeltes Familienleben führen zu können. Aber die neue Realität will sich einfach nicht einstellen und bald wird deutlich, dass ihre Eltern erneut in illegale Aktivitäten verstrickt sind, um ihr Leben zu finanzieren. Um sich bei Gleichaltrigen interessanter zu machen, gibt Stevie vor, die Tochter einer Diplomatenfamilie zu sein. Doch schon bald gerät das Lügengebäude mehr und mehr außer Kontrolle. So ist Stevie gezwungen, sich für einen eigenen Lebensweg zu entscheiden...

Regiedebütantin Pia Marais erzählt in ihrem autobiographisch gefärbten Drama die Geschichte eines junges Mädchens, das nach einem bürgerlichen Leben strebt, das Halt und Anerkennung sucht und dies bei ihren Eltern und deren Freunden nicht findet. Mit hervorragend aufgelegten Darstellern - besonders Céci Chuh überzeugt hier als junge Stevie - gelang Pia Marias ein beeundruckendes Generationenporträt, in dem die Jugend gegen die Eltern rebelliert - jedoch unter ganz anderen Vorzeichen als in den Sechzigerjahren. Klasse sind auch Birol Üner ("Gegen die Wand", "König der Diebe") und die Theaterschauspielerin Pascale Schiller in ihrem Filmdebüt, die hier Stevies Eltern, die titelgebenden Unerzogenen nach dem Motto "Je oller desto doller" geben!

Foto: Filmgalerie 451