In einer imaginären südamerikanischen Stadt herrscht mehr Dunkelheit als helle Freude. Hier lebt Ossorio, der einst als Held einer Widerstandsbewegung gefeiert wurde, aber kläglich scheiterte. Jetzt kommt er in die belagerte Stadt zurück und sucht seine einstigen Freunde und vor allem seine Liebe. Da die Stadt von einer brutalen Miliz terrorisiert wird, bleibt Ossorio nur eine Nacht, um wieder zu verschwinden ...

Werner Schroeter nahm sich einen Roman von Juan Carlos Onetti vor und inszenierte diesen in einem kühl-distanzierten Ton. Das Ganze wirkt viel zu stilisiert, um halbwegs zu packen. Die Darsteller schleichen durch ein wortlastiges, allzu schwülstiges Kammerspiel und wirken oft so, als wüssten sie gar nicht wie ihnen geschieht. Was eine interessante, fast schon kafkaeske Geschichte hätte werden können, nervt auch ob der zweistündigen Länge, in der man nur spürt, dass der Regisseur offenbar selbst nicht wusste, was er eigentlich wollte: film noir, Polit-Thriller, Gothik-Liebesgeschichte, Gesellschaftskritik oder schnödes Theater. Das strapaziert mehr als es unterhält.

Foto: Filmgalerie 451