Die kleine Stadt Czernowitz ist einmal mehr das Ziel des Dokumentarfilmers Volker Koepp. Einst war die Stadt, heute in der Ukraine gelegen, Hauptstadt des Kronlandes Bukowina und damit Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Hier lebten Menschen verschiedener Nationalitäten, Sprachen und Kulturen miteinander: Ukrainer, Rumänen, Deutsche, Polen, Huzulen. Beinahe die Hälfte der einst 150000 Einwohner von Czernowitz waren Juden. Viele davon überlebten das Inferno des Zweiten Weltkriegs nicht, andere flüchteten in die ganz Welt. Für Koepps Film kehrten die Nachfahren dieser Flüchtlinge nach Czernowitz zurück...

Ein weiteres Werk des Dokumentarfilm-Profis Volker Koepp, der zuvor Filme wie "Herr Zwilling und Frau Zuckermann" (ebenfalls in Czernowitz entstanden) und "Kurische Nehrung" realisierte. In "Dieses Jahr in Czernowitz" konfrontiert Koepp seine Zuschauer mit den Erinnerungen seiner Protagonisten, die er vor Ort mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. So machte sich etwa der Cellist Eduard Weissmann von Berlin aus auf den Weg, aus Wien kamen die Schwestern Evelyne Mayer und Katja Rainer, aus New York der Schauspieler Harvey Keitel und der Schriftsteller Norman Manea. Die Fahrt zu den mythischen Orten ihrer Herkunft führt sie nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart, zu Menschen, die heute in Czernowitz leben, zur ukrainischen Studentin Tanja und dem beinahe 90-jährigen Deutschen Johann Schlamp.

Foto: Salzgeber