Als der Politiker Servet eines Nachts übermüdet am Steuer seines Autos einschläft, kommt es zur Tragödie: er überfährt einen Menschen. Doch um seine Karriere nicht zu gefährden und aus fehlender Zivilcourage überredet er seinen Chaffeur Eyüp, zu lügen und die Verantwortung für das Unglück zu übernehmen. Als Eyüp schließlich zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt wird und in den Knast muss, hat Servet nichts anderes zu tun, als mit dessen schöner Ehefrau Hacer eine Affäre zu beginnen. Doch die bleibt nicht unbeobachtet ...

Der vielfach preisgekrönte Regisseur Nuri Bilge Ceyla ("Uzak", "Jahreszeiten - Iklimler") zeigt hier einmal mehr, dass er zu den besten seines Landes zählt. In wunderbaren, zum Teil stark stilisierten Bildern erzählt er ein Drama um emotionale, sexuelle und finanzielle Abhängigkeiten, in dem die Protagonisten gemäß der Titelzeile "Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen" handeln. Sprache spielt in dieser Regiearbeit, für die Ceyla auf den Filmfestspielen von Cannes 2008 als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, wie in den Vorgängern eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die Gesichter in Nahaufnahmen, die mit dem zum Teil drohenden Cinemascope-Bildern korrespondieren und das Gefühlte sichtbar machen.

Foto: Arsenal