Die jungen Anwälte Jana Hallberg und Christoph von Wellershoff haben eine gemeinsame Kanzlei eröffnet. Doch noch bevor alle Kisten ausgepackt sind, werden aus den beiden Kontrahenten: Ein Oberstaatsanwalt wurde ermordet, und Jana sieht in der Verteidigung des Hauptverdächigen eine publicityträchtige Chance. Doch die Witwe des Opfers heuert ausgerechnet Christoph für die Betreuung ihrer Nebenklage an. Als Prozessgegner müssen Jana und Christoph ihre Kanzlei formal trennen - und das trennt sie auch privat. Zusätzlichen Ärger macht der mutmaßliche Täter Moses, der zwar unschuldig scheint, aber auch einiges zu verbergen hat.

Regie-Routinier Peter Schulze-Rohr (er drehte mehrere "Tatort"- und "Sperling"-Folgen) inszenierte 2002 diesen vertrackten Justizthriller, der allerdings nicht zu den Glanzstücken seiner Filmographie zählt. Die stellenweise wirre Story schafft es tatsächlich, gleichzeitig unglaubwürdig und vorhersehbar zu sein. Mit flachen Dialogen quält sich der Film zu seinem deprimierenden Ende, das dem bis dahin noch verharrenden Zuschauer endgültig die Laune verdirbt. Das wusste offenbar auch der Sender. Denn obwohl der Film im Mai 2003 erstausgestrahlt wurde, lauten alle Währungsangaben noch auf DM. Das gute Stück lag also zwei Jahre lang auf Eis, und es wäre kein Verlust gewesen, wenn man es dort vergessen hätte.