Das letzte Bild des Revolutionärs vom Oktober 1967 erinnert an das Ende einer Treibjagd: Man hatte den erlegten Ernesto Che Guevara auf eine Art Küchentisch gelegt wie ein Stück Wild, und um ihn gruppierten sich die Jäger. Die bolivianische Armee war endgültig fertig geworden mit dem berühmtesten Guerillero der Welt. Elf Monate hatte Ernesto Che Guevaras mühsamer und fast schon tragisch wirkungsloser Kampf für das sozialistische Ideal gedauert; immer kleiner war die Guerillatruppe geworden, die sich als Speerspitze der kommenden Revolution in Bolivien verstand.

In Che Guevaras Tagebuch ist diese Zeit minutiös beschrieben. Der Dokumentarfilmer Richard Dindo hat es gelesen und hat die Lektüre filmisch umgesetzt. Schritt für Schritt folgte er den Spuren des Che - von der Abreise aus Kuba bis zum Ende in einem Dorfschulzimmer, geführt von der Stimme des toten Revolutionärs. Entstanden ist ein respektvolles, berührendes Porträt: ein Dokument des Mutes, der Isolation und der traurigen Nutzlosigkeit.