Blut auf der Brust, das Gesicht zugeschwollen, der Kiefer gleich doppelt gebrochen: Arthur Abraham zählt seit der "Schlacht von Wetzlar" (2006) zu den härtesten Sportlern aller Zeiten. 4,68 Millionen Fernsehzuschauer sahen dem aus Armenien stammenden Boxer zu, als er mit eisernem Kampfeswillen über 12 Runden seinen IBF-Titel im Mittelgewicht verteidigte. In der vierten Runde brach sein Kiefer gleich doppelt, Arthur Abrahams Gesicht mutierte immer mehr zur gruseligen Fratze. Doch der Box-Weltmeister aus Berlin, der 2006 die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, gab nicht auf und wurde mit dem Sieg gegen den Kolumbianer Edison Miranda belohnt. Nach 90 Amateurkämpfen stieg Abraham 2003 in die Profi-Liga auf und hat seitdem noch keinen Kampf verloren. Nach nur 28 Monaten Profitraining erkämpfte er sich im Dezember 2005 den IBF-Weltmeistergürtel im Mittelgewicht und verteidigt den Titel seither erfolgreich.

Dokumentarfilmerin Nina Pourlak zeichnet in ihrem Langfilmdebüt, das in Zusammenarbeit mit Kameramann Sebastian Lempe entstand, nicht nur das Porträt eines der besten Boxer der Welt, sondern auch dessen Beziehung zu seinem Trainer Ulli Wegner, der selbst eine Legende ist. In Stettin geboren, bestritt Wegner 176 Amateur-Boxkämpfe und holte danach in seiner Trainerlaufbahn 122 Medaillen im Junioren- und Seniorenbereich bei den Amateuren, 25 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie Militärmeisterschaften. Unter anderem machte er Sven Ottke und Markus Beyer zu Box-Weltmeistern. Pourlak porträtiert diese zwei Stars des Boxsports mit viel Sympathie, beobachtet sie unter anderem im Trainingslager und beim Kampf. Allerdings bleiben persönliche Dinge der beiden Protagonisten außen vor und die immer wieder gleichen Bilder vom Trainingslager ermüden auf Dauer. Hier hätte Pourlak deutlich straffen müssen, doch Fans des nicht unumstrittenen Sports werden diesen Film über die außergewöhnliche Beziehung eines Boxers zu seinem Trainer sicher mögen.

Foto: Neue Visionen