Am 28. Juli 1996 um zwei Uhr nachts kommt der Anruf von Interpol. Sibylle Tiedemann erfährt, dass ihr Bruder Klaus zwei Tage zuvor in der Garage eines Ferienhauses im Nordosten Estlands tot aufgefunden wurde. Als Todesursache wird ein Herzinfarkt angegeben. Das ist nicht wahr, denkt sie; Klaus war kerngesund! Eines Tages mit Mitte 30 war Klaus Tiedemann aus seinem normalen Leben in der schwäbischen Provinz ausgebrochen und hatte aufgehört zu arbeiten. Er machte sich auf zum nordöstlichen Ende Europas, nahm sich immer wieder einen Sommer Zeit. Er wollte herausfinden, woher der früh verstorbene Vater gekommen war.Von der letzten Reise nach Estland kehrte er nicht zurück...

Regisseurin Sibylle Tiedemann ("Kinderland ist abgebrannt") verarbeitet in ihrem Dokumentarfilm nicht nur den plötzlichen Tod ihres Bruders, sondern begab sich ebenso wie dieser auf Spurensuche ins entfernte Estland. Dabei verarbeitet sie eigene Erinnerungen, zeigt aber auch wundervolle Bilder eines hierzulande weitgehend unbekannten Landes.

Foto: Ventura