Teheran im April 2006: Vor mehr als 1000 jubelnden Frauen findet das erste offizielle Freundschaftsspiel zwischen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft und der Berliner Frauenfußball-Mannschaft BSV Al-Dersimspor statt. Auf den Rängen wird getobt, gesungen und getanzt, über dem Stadion schwebt eine geballte Ladung Frauenpower. Draußen vor den Toren stehen ein paar Männer, die versuchen, einen Blick durch den Zaun zu erhaschen. Für sie ist der Eintritt heute verboten. Vor diesem Ereignis liegt ein Jahr harter Arbeit für die jungen Frauen beider Mannschaften. Doch am Ende, nach Überwindung zahlreicher Hindernisse, wird tatsächlich gespielt...

Schon 2006 beleuchtete Regisseur Jafar Panahi in seiner preisgekrönten Komödie "Offside" eine Gruppe fußballbegeisterter iranischer Frauen, die sich als Männer verkleidet Zugang zu dem für Frauen verbotenen WM-Qualifikationsspiel Iran gegen Bahrain erschleichen wollen - und scheitern. An den politischen Rahmenbedingungen hat sich seither wenig geändert, noch immer bleiben Frauen - ob aktive Fußballerinnen oder Fans - vom allgemeinen Sportgeschehen ausgeschlossen. Umso erstaunlicher ist der tragikomische Dokumentarfilm "Football Under Cover", den das Regie-Debütantenduo Ayat Najafi und David Assmann nach einer Idee von Marlene Assmann drehte. Nur unter der Zusicherung, den Film nicht im Iran zeigen zu wollen, erhielt man eine Drehgenehmigung für das Teheraner Ararat-Stadion, in dem sich beide Mannschaften schließlich mit 2:2 Toren trennten. Kritik und Publikum bei den Berliner Filmfestspielen 2008 waren von "Football Under Cover" begeistert: Najafi und Assmann erhielten sowohl den Teddy als bester Dokumentarfilm als auch den Teddy-Publikumspreis.

Foto: Flying Moon (Zorro)