Ein Altbau irgendwo in Frankfurt. Hier betreibt der Gemüsehändler Abdullah sein kleines Geschäft, unterstützt von seiner Tochter Najila, die eine heimliche Liebesbeziehung - die nicht ohne Folgen bleibt - zu dem jungen Deutschen Erik pflegt. Im ersten Stock lebt die junge Asiatin Ana, die ihren Lebensunterhalt als Prostituierte verdient und ihre jüngere Schwestern nach dem Tod der Eltern finanziell unterstützt. Zu ihnen gesellt sich der Asylbewerber Aidu, der im Dachgeschoss wohnt und Ana vor ihrem renitenten Zuhälter beschützen. Und da ist noch der pensionierte Professor Udo, der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann …

Der aus Albanien stammende Regisseur Ekelejd Lluca gibt in seinem episodenhaft aufgebauten, nur knapp 15000 Euro teuren Drama, gleichzeitig sein Abschlussfilm am Dieburger Mediencampus der Hochschule Darmstadt, Einblick in das Leben dieses Frankfurter Multikulti-Mikrokosmos. Dabei verarbeitet Lluca so universelle Themen wie Heimat, Familie und Zugehörigkeit. Allerdings ist die Figurenzeichnung oft so Klischee beladen, als wolle der Regisseur jeder Migrantengruppe gerecht werden. Noch dazu lässt sich Lluca viel Zeit, manchmal zuviel Zeit für die Einführung seiner Protagonisten, die von Kameramann Dennis Mill in zum Teil viel zu langen Einstellungen und im oft nervigen Wechsel aus Schärfe und Unschärfe eingefangen werden. Und da auch noch Dialoge und Darsteller recht hölzern daher kommen, fragt sich selbst der geneigte Betrachter, wie dieses Werk den Publikumspreis beim Münchner Filmfest und dem Hessischen Hochschulfilmpreis gewinnen konnte.



Foto: Eclipse