George Harrison, geboren 1943 in Liverpool, galt als der stille Beatle. Lange stand der Gitarrist der "Fab Four" im Schatten seiner extrovertierten Bandkollegen Paul McCartney und John Lennon. Aber keiner der Beatles wandelte sich über die Jahre so radikal wie Harrison. Wie sein Freund Eric Clapton betont, war er es, der die Band zu neuen musikalischen Experimenten bewegte. Aber nur wenige von Harrisons Songs schaffen es auf die Beatles-Platten. Viele seiner genialen Kompositionen liegen brach. So veröffentlichte Harrison bereits 1968, als erstes Beatles-Mitglied, mit "Wonderwall Music" ein Soloalbum. Die Spannungen innerhalb der Beatles wuchsen. Bei der Aufnahmesession zum Album "Let It Be", begleitet von einem Filmteam, kam es zum Eklat. McCartney kritisierte Harrison vor laufender Kamera. Harrison verliess das Studio. Es war der Anfang vom Ende, am 10. April 1970 gab McCartney die Trennung der Beatles bekannt.

Wie für seine ehemaligen Bandkollegen, folgte auch für Harrison eine wechselhafte Solokarriere. Er begab sich auch ins Filmgeschäft, als er den neuen Monty-Python-Film "Das Leben des Brian" finanzierte. Nach dem Ausstieg der ursprünglichen Produzenten brachte Harrison die zwei Millionen Pfund auf, die für den Dreh noch fehlten. So kaufte er sich das bislang teuerste Kinoticket aller Zeiten, wie es Monty-Python-Mitglied Eric Idle formuliert. Mit seiner Firma produzierte Harrison bis 1994 fast 20 weitere Spielfilme. Am 30. Dezember 1999 verübte ein geistig verwirrter Mann ein Attentat auf den Künstler. Harrison überlebte, war als Folge der Verletzungen jedoch stark geschwächt. 2001 starb er an einer Krebserkrankung. Kein geringerer als Oscar-Preisträger und Musikliebhaber Martin Scorsese zeichnete 2011 in seinem mit zwei Primetime-Emmys ausgezeichnetem Werk das Leben von George Harrison in einem sehr persönlichen Film nach. Fünf Jahre lang hatte Scorsese dafür recherchiert. Er konnte auf seltenes Material zurückgreifen, welches unter anderem Harrisons Witwe Olivia zur Verfügung stellte. Zahlreiche Weggefährten und Freunde Harrisons, darunter Eric Clapton, George Martin, Eric Idle, Paul McCartney, Tom Petty, Phil Spector und Ringo Starr kommen zu Wort.

Foto: MDR/BR/Koch Media GmbH/George Harrison