1962 hat Ex-Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly als Ehefrau von Fürst Rainier III. von Monaco einen schweren Stand. Ihr Mann hat kaum Zeit, die Monegassen haben mit ihr Schwierigkeiten, die Welt hingegen sieht in ihr nur noch die leibhaftige Märchenprinzessin. So wundert es nicht, dass sie selbst auch mit ihrer Rolle der First Lady des Fürstentums nicht wirklich warm wird. Als jedoch die Unabhängigkeit und damit der Throns Rainiers bedroht wird, weil der französische Präsident Charles de Gaulle verlangt, Steuerzahlungen jener Firmen, die nach Monaco umgezogen sind, nachzufordern und gar eine Blockade verhängt, sieht sich Fürstin Gracia Patricia, wie sich Grace Kelly nun nennt, gezwungen einzugreifen und zu vermitteln. Auch wenn in jener Zeit gerade das verlockende Angebot von Regie-Legende Alfred Hitchcock kam, sie in seinem nächsten Film einzusetzen ...

Leider konnte sich Regisseur Olivier Dahan, der schon das Leben der La vie en rose nur halbherzig verfilmte, nicht entscheiden, ob er sich dem Edelkitsch schwülstiger Liebesromane ergeben, oder das fiktive Bild einer auch heute noch verehrten Leinwand-Ikone als Frau mit Rückgrat und politischem Bewusstsein erstellen sollte. Und genau daran krankt der ganze Film. Vieles plätschert betulich vor sich hin und bleibt dem Zuschauer völlig egal. Zudem sind viele Szenen schlecht geschnitten (hier haben angeblich die Produzenten ins Handwerk gepfuscht), vieles ist behauptet (etwa die Ansprache zum Rote-Kreuz-Ball) und ergeht sich in wohlformen, oft mit Weichzeichner retuschierten Bildern, die laut Regisseur der Farbgebung und den Filmzeichnungen Anfang der Sechzigerjahre nachempfunden wurden. Was bleibt: starke Darstellerleistungen in einer Geschichte, bei der erkennbar viel gelogen wurde und die wahren Probleme (bis zu Alkoholexzessen) komplett ausgespart werden. Ein Biopic muss anders aussehen!



Foto: SquareOne/Universum