Der schwarze Migrant Kwami Ogonno reist hoffnungsvoll quer durch ganz Deutschland, um die Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung kennen zu lernen. Doch egal ob auf Wohnungssuche, in Geschäften, bei Vereinen, auf Tanzveranstaltungen, vor einer Diskothek oder im Fußballstadion - schon bald muss Kwami feststellen, dass seine Hautfarbe bei der Kontaktaufnahme eher hinderlich ist. Denn er wird zurückgewiesen, ausgegrenzt, verhöhnt und verspottet. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer ...

Still war es in den letzten Jahren um Enthüllungsjournalist Günter Wallraff geworden, doch 2007 meldete er sich mit seiner viel gelobten ww.zeit.de/2007/22/Guenter-Wallraff "Zeit"-Reportage über Callcenter zurück. Für den vorliegenden Dokumentarfilm reiste Wallraff ein Jahr lang als schwarzer Migrant getarnt und ausgerüstet mit versteckten Kameras im Hemdknopf, in der Sonnenbrille und im Tragebeutel durch die Republik, um "Schwarz auf Weiß" aufzuzeigen, was kritische Beobachter eh schon lange ahnten oder wussten: die deutsche Bevölkerung hat nach wie vor große Vorurteile und Vorbehalte gegen farbige Mitbürger. Wallraff ging hier nach seinem Leitspruch - "ohne Risiko können Sie nichts verändern. Ohne Risiko bleibt die Welt so wie sie ist" - vor, da er durchaus auch in riskante Situationen geriet. So musste ihn etwa eine Polizistin in einem Zug voller Fußball-Fans aus der Bredouille helfen. Lobenswert ist sicher, dass Wallraff in seiner teilweise unfreiwillig komischen Tarnung einmal mehr den deutschen Michel als wenig modernen und gastfreundlichen Bürger entlarvt, störend ist jedoch seine permanente Selbstinszenierung. Als alter "Ehrenfelder" - Wallraff lebt seit Jahren in dem Kölner Stadtteil - sollte er etwa wissen, dass jeder, der sich in einer Eckkneipe aufspielt, egal ob weiß, schwarz, braun, rot oder gelb, kurzerhand vor der Tür landet.

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