Deutschland im Jahr 2008: 18 Jahre Wiedervereinigung, die Republik wird volljährig und jeder neunte Bundesbürger wünscht sich die Mauer zurück, so eine Umfrage des Forsa-Instituts. Ein Jahr vor dem historischen Datum startete Martin Sonneborn, der Parteivorsitzende der Partei "Die Partei", zu einem Kilometer langen Gewaltmarsch um die deutsche Hauptstadt. Er will herausfinden, ob und welches Leben im "Zonenrandgebiet" existiert ...

Der Satiriker und Journalist Martin Sonneborn, einst Chefredakteur des Satire-Magazins "Titanic", ist für seine außergewöhnlichen Aktionen bekannt. Für internationalen Wirbel sorgte etwa sein Fax an einige FIFA-Delegierte während der Abstimmung zur Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland. Dort versprach er den Angeschriebenen eine "Schwarzwälder Kuckucksuhr und ein Fresskorb mit Bierkrug", wenn sie für Deutschland stimmen würden. Bereits 2004 gründete Sonneborn mit weiteren "Titanic"-Mitarbeitern "Die Partei" (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative), deren Ziel die politisch vollkommen unkorrekte "endgültige Teilung Deutschlands" ist! Und nun also Sonneborns langer Marsch durch das Zonenrandgebiet, in dem er den merkwürdigsten Gestalten begegnet ist. Aufgebaut wie ein ethnografischer Dokumentarfilm besticht "Heimatkunde" durch den vielfach unfreiwilligen Humor der Protagonisten und die teils süffisanten, teils unglaublich spaßigen Off-Kommentare von Sonneborn.

Foto: Andreas Coerper