Es gibt Schriftsteller, die in einem muffigen Hinterzimmer über Büchern hocken, sich allerlei wertvolle Gemütsergötzungen aus den Fingern saugen, aber keine Ahnung vom wirklichen Leben haben. Denn das Aufregendste, was sie jemals erleben, dürfte ein heftiges Sommergewitter sein. Ernest Hemingway war nicht so einer. Er ist überall in der Welt herumgekommen, lebte nach dem ersten Weltkrieg in Paris, verdiente sich sein Geld als Sparringspartner beim Boxen. In Spanien faszinieren ihn Stierkampf und andere Macho-Rituale, später mischt Hemingway im spanischen Bürgerkrieg mit und verarbeitet das alles zu großen Romanen; Werke, die das Leben diktiert hat, kein erquicklicher Einfall im heimischen Stübchen.

Das gibt Stoff genug für mehr als einen Film; deshalb zeichnet Autor und Regisseur Bernhrd Sinkel Hemingways Leben gleich in einem TV-Vierteiler nach. Für die Hauptrolle ließ sich Stacy Keach gewinnen, der für solche Macho-Charaktere wie geschaffen wirkt. Er hat in dieser Rolle auch sichtliches Vergnügen, wenn er in einer Frisierstube einen Château d'Yquem (Weißwein, Flaschenpreis heute: rund ein halber Tausender) aus der Flasche säuft und dann verächtlich durch die Gegend spuckt.