Italien, 1950: Vollkommen überraschend gewinnt der seinerzeit international kaum bekannte Schweizer Radrennfahrer Hugo Koblet als erster Ausländer den legendären Giro d'Italia. Die Eidgenossenschaft steht Kopf, besonders die Frauen verehren den attraktiven wie weltgewandten Bäckersohn aus dem Zürcher Kreis "Cheib". Und das Märchen ist für Koblet noch nicht zu Ende, denn 1951 gewinnt er mit der Tour de France auch das wichtigste Radrennen weltweit. Doch danach geht es stetig bergab: Der spendable Frauenheld fällt bald nur noch durch seine Eskapaden und einen spektakulären Dopingfall auf. 1958 tritt Koblet zurück, sechs Jahre später rast er mit seinem Sportwagen gegen einen Baum und stirbt.

Hugo Koblet (1925-1964) war einer der erfolgreichsten Schweizer Radrennfahrer aller Zeiten, seine Konkurrenzkämpfe mit Ferdy Kübler sind noch heute legendär. Regisseur Daniel von Aarburg hat sich der Lebensgeschichte des legendären Radsportlers angenommen und verknüpft historische Originalaufnahmen aus der Nachkriegszeit mit nachgespielten Schlüsselszenen und Interviews mit Zeitzeugen wie Koblets großem Kontrahenten Ferdy Kübler. Entstanden ist das vielschichtige Porträt eines Ausnahmesportlers - von Manuel Löwensberg ("Strähl - Ein Bulle am Abgrund") in den Spielszenen eindrucksvoll verkörpert -, dem sein Drang zu immer neuen Siegen, sein Lebensstil und seine Popularität schließlich zum Verhängnis wurden. Ob Koblets Tod ein schrecklicher Unfall oder Selbstmord war, konnte nie aufgeklärt werden.



Foto: One Filmverleih