Ein mit Spiegeln versehener Tanzsaal, ungewöhnliche Musik von ebensolchen Musikern, schummrige Beleuchtung und eine spanische Tanztruppe, deren Mitglieder ihre Leidenschaft zu der körperlich anstrengenden Kunstform überdeutlich erkennen lassen. Immer wieder taucht die Kamera ins Tanzgetümmel, zeigt beeindruckende tänzerische wie musikalische Darbietungen, präsentiert Tänzer und Musiker als Star-Artisten ihres Fachs.

Regisseur Carlos Saura präsentiert in loser Folge 18 musikalische Tanznummern, die keine Geschichte erzählen (wie etwa noch in "Bluthochzeit", "Carmen" und "Liebeszauber"), sondern sich an Kompositionen des großen spanischen Komponisten Isaac Albéniz (1860-1909) orientieren. Die Musikstücke beziehen sich oft auf die unterschiedlichen Regionen der iberischen Halbinsel, integrieren jeweilige Stilrichtungen (von gewöhnungsbedürftiger baskischer Folklore bis zum feurigen Flamenco Andalusiens) und werden von zeitgenössischern Musikern (unter ihnen auch Improvisationsmeister wie Jorge Pardo und Chano Dominguez) vorgetragen. Dazu wechseln sich klassische Flamenco-Darbietungen mit moderner Tanz-Performance (etwa mit ungewöhnlichen Videoprojektionen oder mit einer Tänzerin hinter einer Plastikfolie) ab und zeigen eine bunte wie faszinierende Palette spanischer Musik- und Tanzkultur. Eine packende und überaus virtuose Hommage an eine spannende Kunstform vom Baskenland bis nach Andalusien ohne dabei die Bühne bzw. das Studio zu verlassen.

Foto: MFA (24 Bilder)