Als Kind war Sabine ein quirliges Mädchen. Doch schon damals brauchte sie besondere Betreuung. In der Schule rief man sie "verrückte Sabine", sie wurde in eine Sonderschule geschickt. Doch auch dort blieb sie nicht lange, viele Jahre lebte sie zu Hause, bis sie 28 wurde. Sie bastelte Puppen und lernte Klavier spielen, sie spielte Schubert und Bach. An Autismus dachte damals niemand. Der Tod ihres Bruders und der Umzug mit der Mutter stürzt Sabine in eine emotionale Krise. Sie wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Dort verbrachte sie fünf Jahre – mit Drogen voll gepumpt. Als sie herauskam, hatte sie nicht nur 30 Kilo zugenommen, sie hat auch ihre kreativen Fähigkeiten und ihre persönliche Ausdruckskraft verloren ...

Der französische Kinostar Sandrine Bonnaire gibt mit diesem Dokumentarfilm über ihre ein Jahr jüngere Schwester Sabine ihr Regiedebüt. Ebenso unspektakulär wie eindrucksvoll gibt sie Einblick in das Leben von Sabine, der Zuschauer erlebt ihren Alltag im betreuten Wohnen, sieht Familienbilder aus der zweifellos fröhlicheren Vergangenheit und versteht, was ein fünfjähriger Psychiatrie-Aufenthalt aus ihr gemacht hat. Heute ist ihre Sprache fragmentarisch und schleppend wie ihr Gang. Seit sie betreut lebt, konnte ihre Medikation jedoch um die Hälfte reduziert werden. Die Spuren ihres Klinikaufenthaltes wird Sabine wohl trotzdem nie mehr los werden.

Foto: B.Film