Sandrine Bonnaire

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Filmstar aus Frankreich: Sandrine Bonnaire
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Sandrine Bonnaire
Geboren: 31.05.1967 in Clermont-Ferrand, Frankreich

Ein Arbeiterkind mit zehn Geschwistern setzt sie sich schon in jungen Jahren durch, spielt Vorstadtmädchen, Landstreicherin, eine Unschuld, die in den Sog der alltäglichen Gewalt gerät - und schließlich die Jungfrau Johanna, den französischen Mythos. Sie ist 16, als Maurice Pialat sie für sein Psychodrama "Auf das, was wir lieben" engagiert. Sandrine spielt ein Mädchen aus der Banlieue, das seine ersten sexuellen Erfahrungen macht. Bereits ein Jahr später erhält sie den César als beste Nachwuchsdarstellerin.

Sandrine Bonnaire ist wie Juliette Binoche eine der aufregendsten Frauen des jungen französischen Films, immer wieder wird sie ausgezeichnet - ob für Agnès Vardas "Vogelfrei" (1985) oder Pialats "Der Bulle von Paris" an der Seite von Gérard Depardieu. Mit ihm spielt sie auch in Pialats heftig umstrittenden Drama "Die Sonne Satans". Dagegen ist Bonnaire in Claude Sautets Tragikomödie "Einige Tage mit mir" (1988) ein Dienstmädchen, in das sich ein Konzernerbe alias Daniel Auteuil verliebt.

Zwei Jahre zuvor stand Sandrine Bonnaire mit Michel Piccoli für Jacques Doillons "La puritaine" vor der Kameras steht. Piccoli sagte begeistert: "Einer so außergewöhnlichen jungen Frau zu begegnen, ist eine Bereicherung". Und wer sie in Claude Chabrols "Biester" an der Seite von Isabelle Huppert sieht, wird von ihrer Anaphabetin ebenso begeistert sein wie von ihrer Freundin, der Kindsmörderin Jeanne, mit der sie gemeinsam eine bürgerliche Familie ausrottet.

Zuvor sah man sie jedoch in Patrick Lecontes Psychothriller "Die Verlobung des Monsieur Hire" (1989) als Objekt der Begierde von Michel Blanc, der sie als schöne Kellnerin Alice jeden Tag von seinem Fenster aus beobachtet - bis Alice die Initiative an sich reisst. Dagegen ist "Der Himmel über Paris" (1992) von Michel Bená eine sinnliche und typisch französische Dreiecksromanze. Bei Jacques Rivette schließlich spielt sie die Jeanne d'Arc in zwei Filmen ("Johanna, die Jungfrau - Der Kampf", "Johanna, die Jungfrau - Der Verrat", beide 1993), die eindringlich Fiktives mit historischer Genauigkeit mischt. Wo immer Sandrine Bonnaire im Kino auftaucht, geht von ihr etwas geheimnisvoll Irritierendes aus.

"Es ist sicher kein Zufall ist, wenn Juliette Binoche und Sandrine Bonnaire viele Angebote haben, denn sie sind wirklich überdurchschnittlich gut. Sie besitzen eine Art von Anmut und Charme, der einzigartig ist. Ich spreche hier nicht von der reinen äußerlichen Schönheit. Sie sind keine Mannequins, es sind ganz große Charaktergestalten mit einer großen Zukunft", sagte Jacques Doillon 1994.

Wieder unter der Regie von Claude Chabrol steht Bonnaire 1998 für den Krimi "Die Farbe der Lüge" vor der Kamera, und im gleichen Jahr sieht man sie in Jacques Rivetts Kriminalfilm "Geheimsache". "Est-Quest - Eine Liebe in Russland" (1999) dagegen ist ein Drama von Régis Wargnier nach Sergej Bodrow und Philippe Liorets Komödie "Mademoiselle" (2000) zeigt sie an der Seite von Jacques Gamblin. "Femme Fatale" (2002), der Thriller von Brian De Palma, ist ganz auf seine Hauptdarstellerin Rebecca Romijn zugeschnitten, hält jedoch eine kleine Nebenrolle für den französischen Superstar bereit.

Dagegen ist Patrick Lecontes Regiearbeit "Intime Fremde" (2003) eine ungewöhnliche Beziehungsgeschichte, gefolgt von Safy Nebbous Drama "Der Hals der Giraffe" (ebenfalls 2003). "Die Frau des Leuchtturmwärters" spielt die Bonnaire schließlich in Philippe Liorets Drama. 2007 gibt Sandrine Bonnaire mit "Ihr Name ist Sabine" ihr gelungenes Regiedebüt. Ebenso unspektakulär wie eindrucksvoll gibt sie Einblick in das Leben ihrer Schwester Sabine, die an Autismus leidet.

Weitere Filme mit Sandrine Bonnaire: "Blanche und Marie" (1984), "Der gelbe Revolver" (1987), "Mistkerle" (1988), "Die Gefangene der Wüste" (1989), "Prag" (1991), "Verhängnisvolle Begegnung" (1996), "Une femme en blanc", "Die Schuld der Liebe (beide 1997), "C'est la vie" (2001), "Le procès de Bobigny" (2006), "Kann das Liebe sein?", "Demandez la permission aux enfants" (beide 2007), "Ein schlichtes Herz", "Das Zeichen des Engels" (beide 2008), "Die Schachspielerin", "Vorsicht Sehnsucht" (beide 2009), "Adieu Paris" (2012).


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