Die beiden afghanischen Cousins Jamal und Enayatullah leben in der pakistanischen Stadt Peshawar nahe der afghanischen Grenze. Jamal, der jüngere der beiden, ist Waise und in dem Flüchtlingslager Shamshatoo untergebracht, tagsüber arbeitet er in einer Ziegelei. Enayatullah arbeitet auf dem Marktstand seiner Familie. Diese entscheidet, dass Enayatullah nach England gehen soll, um seiner Familie und ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Jamal gelingt es, durch seine Überredungskünste und dank seiner englischen Sprachkenntnisse die Familie zu überzeugen, ihn gemeinsam mit Enayatullah gehen zu lassen. Die beiden gehören nun zu den rund eine Million Flüchtlingen pro Jahr, die ihr Leben in die Hände von Menschenschmugglern legen.

Die Idee zu diesem bewegendem und traurigem, wenn auch manchmal etwas zähem Drama war schon lange geboren, bevor die Ereignisse vom 11. September 2001 die Aufmerksamkeit der Weltmedien auf das Elend des afghanischen Volkes lenkte. Michael Winterbottom sagt: "Es hatte mehr mit den letzten Wahlen in Großbritannien zu tun und damit, wie Immigranten und Flüchtlinge zu einem Thema für alle politischen Parteien wurden. Sie kündigten an, alle in ihre Länder zurückzuschicken und ihren Aufenthalt in Großbritannien unerträglich zu machen." Der tragische Zwischenfall im Juni 2000, als 58 chinesische Einwanderer beim Versuch starben, in einem Containerlastwagen nach Großbritannien zu gelangen, war ein weiterer Grund dafür, dass Winterbottom und seine Produzenten beschlossen, sich auf die komplexen Aspekte der Immigration zu konzentrierten.

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